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Integrale Planung

Mehrwert durch Kooperation

6. August 2018

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Eine ganzheitliche und interdisziplinäre Automationsplanung ist der Schlüssel für zukunftsfähige Gebäude. Sie kann den Planungs- und Entwicklungsprozess verkürzen, die Anzahl der Planänderungen verringern, Kosten senken und von Anfang an auf die Anforderung aus dem Gebäudelebenszyklus vorbereiten.

Bildquelle: GettyImages

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Wird heute ein Gebäude geplant, dann meistens auf konventionelle Art und Weise: Fachplaner und Architekten betrachten in der Regel nur die von ihnen zu planenden Automationsanlagen. Oft favorisieren sie sogar in sich geschlossene Anlagen, um in der Bauphase Schnittstellen zu Dritten gezielt zu vermeiden.

Ziel dieses Ansatzes ist, die Anlagen möglichst schnell, sicher und einfach errichten zu lassen und die eigene Vertragsleistung ohne Abhängigkeiten abzuschließen. Das Problem: Obwohl die Anlagen oft mit Kommunikationstechnik ausgestattet sind, können sie aufgrund der fehlenden Schnittstellenplanung und verschiedener Feldbusprotokolle nur schwer oder sogar keine Informationen austauschen.

Lautet zum Beispiel das Projektziel eines Bauherren, ein Bürogebäude zu errichten, in dem es im Winter warm und im Sommer kühl ist, auf Wunsch des Nutzers das Licht ein- und ausgeschaltet werden kann und der Sonnenschutz autark bedienbar ist, dann wird mit der autarken und anwendungsbezogenen Automation das Projektziel sicher erreicht. Ob sie über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet die wirtschaftlichste Lösung darstellt, ist jedoch fraglich.

Zusammenarbeit auf Basis von 3D-Daten

Die integrale Planung bietet eine Alternative, denn sie kann Nutzern ohne einen Mehreinsatz in Anlagentechnik viele Vorteile bringen. Solche Schnittstellenbetrachtungen sind automatisiert jedoch nur darstellbar, wenn allen Teilen der Raum- und Anlagenautomation zur Auswertung auch alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen.

Aktuell wird angestrebt, dass die Planung der Gebäude gemäß dem BIM-Verfahren umgesetzt wird. BIM beschreibt eine Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mit Hilfe von Software und auf Basis von 3D-Daten und soll als Werkzeug dazu beitragen, dass eine integrale Planung ermöglicht wird. Durch den Einsatz von BIM kann im Planungszyklus eine Koordinierung der räumlichen Lage sowie der Austausch von Planungsergebnissen optimiert erfolgen und daher auch einen Mehrwert für die Gebäudeplanung oder sogar den Gebäudebetrieb bieten. Der sogenannte digitale Zwilling hilft bereits in der Planungsphase, viele Umsetzungsprobleme zu erkennen. Der Austausch von Schnittstellendaten und Funktionen der Gebäudeautomation ist jedoch aktuell noch nicht mit diesem Werkzeug möglich.

Erfolgsentscheidend: eine offene Automation

Christian Thiele, Produktmanager bei Wago

Christopher Thiele, Produktmanager bei Wago

Doch eine Gebäudeautomationsanlage lässt sich auch ohne BIM integral planen. Ein komplexes Gebäude besteht aus vielen einzelnen Komponenten, die von einer Gebäudeautomation wie ein Dirigent gesteuert werden. Das heißt, der Weg zu einer integralen Planung führt nicht über eine autarke und anlagenbezogene, sondern eine gemeinsame und interoperable Automationsplanung der einzelnen Gewerke und Planer. Gegebenenfalls sollte zukünftig auch der Einsatz eines Systemintegrators als fester Bestandteil eines jeden Planungsteams diskutiert werden, der diese Schnittstellen und Verantwortlichkeiten hauptverantwortlich betreut und beschreibt.

Die technischen Voraussetzungen sind für eine integrale Planung gegeben. Durch den intelligenten, gezielten Einsatz von geeigneten Kommunikationsprotokollen und Feldbussystemen kann eine durchgängige Automation aller Anlagen ermöglicht werden. Der sinnvolle Einsatz von offenen Feldbussystemen und Protokollen zur Kommunikation in der Automations- und Feldebene wie zum Beispiel EnOcean, DALI, DMX, MODBUS, BACnet, KNX, LON, M-Bus und SMI können bei einer optimierten Planung dazu beitragen, dass die Komponenten der Gebäudeautomation und der Gebäudetechnik wirtschaftlich an ein ganzheitlich geplantes Automationssystem angebunden werden können. WAGO kann bei der integralen Planung von Gebäudeautomationsprojekten helfen. 

Christopher Thiele ist im Bereich Projektvertrieb Gebäudetechnik von WAGO zuständig für den Bereich Nordost-Deutschland. Er bringt Erfahrung aus mehr als zehn Jahren Fachplanung für technische Gebäudeausrüstung mit und zählt bei WAGO zu den Experten für integrale Planung.

Die Langversion des Interviews finden Sie auf www.wago.com/de/gebaeudetechnik/bim/integrale-planung

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