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Praxisfrage

Schlüsselschalter und Anzeigeleuchte in Verteilertür

In den Werkstatt-Klassenzimmern einer Berufsschule sind abschließbare Verteilungen montiert. Sie enthalten die Sicherungen für die Steckdosen der Versuchs- und Werk­tische der Schüler. Der Zugriff zum Verteiler erfolgt mit einem Schlüssel, den nur der Lehrer hat. In der Verteilertür ist ein Schlüsselschalter sowie eine Moeller/Eaton-clip-Lampenfassung montiert. Der Schlüsselschalter schaltet die Steckdosen an den Tischen ein, was durch die Leuchte dann angezeigt wird. Das Ganze wird mit 230 V Steuerspannung betrieben. Der Schlüsselschalter und die Lampenfassung sind so montiert, dass mit etwas Fingerdruck ein Berührungskontakt zu den Schraubkontakten des Schalters und der Lampenfassung zustande kommen könnte. Es ist ungefähr so, wie wenn ich einen neueren Hager-Automaten und ein paar Phoenix-Klemmen mit Enddeckel in einer Verteilung montieren würde, ohne dann die Abdeckung mit Abdeckstreifen zu versehen. Alles ist ja offen montiert. Ist das nun berührungssicher genug? Es kommt ja nur der Lehrer in die Verteilung, weil sie abgeschlossen ist. Einer unserer Meister meinte, dass diese Konfiguration berührungssicher sei, da die Verteilung ja von außen mit einem Schlüssel verschlossen ist. Ich persönlich bin der Meinung, man hätte wenigsten etwas um die Geräte herumbauen oder den Schlüsselschalter und die Leuchte in der Tür mit einer Steuerspannung von 12 V/24 V betreiben müssen. Wenn ein LS-Automat ausgelöst hat, muss ich ja in die Verteilung hinein fassen. Was ist nun richtig? P. S., Baden-Württemberg

Expertenantwort vom 02.10.2019
hoermann
Werner Hörmann

Gelernter Starkstrommonteur und dann viele Jahre als Projektant für Schaltan­lagen und Steuerungen bei Siemens tätig. Aktive Normung in verschiedenen Komitees und Unterkomitees der DKE. Seine Spezialgebiete sind u. a. die Er­richtungsbestimmungen nach DIN VDE 0100 (VDE 0100) – insbesondere Schutz gegen elektrischen Schlag –, die Niederspannungs-Schaltanlagen nach DIN EN 60439 (VDE 0660-500 bis -514) oder das Ausrüsten von elektrischen Maschinen nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1). Werner Hörmann ist Verfasser zahlreicher Beiträge in der Fachzeitschrift »de« sowie Autor diverser Fachbücher.

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