Praxisfrage

Was sind Elektroräume?

Frage gestellt am 2. August 2018

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Wir als Versorgungsunternehmen müssen »sensible Räume« gegen Unbefugte schützen. Zu diesen zählen auch Elektroräume mit Spannungsebenen von 230 V bis 30 kV. Ich frage aber, was sind nun eigentlich E-Räume? Ist ein Raum, welcher einen geschlossenen Schaltschrank enthält, auch als Elektroraum zu betrachten? Stellt gar ein geschlossener Schaltschrank für sich auch einen Elektroraum dar? Wie muss ich den betreffenden Elektroraum gegen Unbefugte schützen? Reicht es den Schaltschrank mit einem Schloss auszustatten oder muss der Raum an sich per Zylinderschloss abgeschlossen sein? Muss der Raum dauerhaft verschlossen sein oder genügt es, dass der Raum erst zum Feierabend geschlossen wird?

T. S., Baden-Württemberg

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Zum Praxisproblem: „Was sind Elektroräume“ für den Anfrager T.S. aus BW meine Ausführung: Wenn jemand in einem großen Betrieb die Verteilung von Halle x räumlich abtrennt, weil die Umgebung staubig oder sonstigen Umgebungseinflüssen ausgesetzt ist, brauch man garnichts zu machen. Das ist kein Elektroraum, denn die Verteilung könnte auch ohne Abtrennung betrieben werden unter Beachtung der Schutzarten. Das innere der Verteilung ist allerdings die abgeschlossene elektrische Betriebsstätte. Hier ist von einem Raum nicht die Rede. Das wird sehr oft verwechselt. Wenn in der VDE 0100-200 von einer elektrischen Betriebsstätte die Rede ist: z.B. Verteilungsanlagen in abgetrennten Räumen, meint man damit große Hauptverteilungsanlagen. Keiner käme auf die Idee den (seperaten und abschließbaren) Aufstellungsraum einer kleinen einreihigen Unterverteilung als elektrische Betriebsstätte zu definieren.

  2. Ich habe in der de-Ausgabe 1-2.2019 in der Rubrik Praxisprobleme den Artikel zu der Frage „Was sind Elektroräume?“ gelesen.
    Dazu möchte ich zum Absatz „Abgeschlossene, elektrische Betriebsstätte“, wie folgt, Stellung nehmen:
    Der Autor Herr Ziegler schreibt, dass abgeschlossene, elektrische Betriebsstätten nach EltBauVO des jeweiligen Bundeslandes in den folgenden Bereichen gefordert werden:
    1) Transformatoren und Schaltanlagen für Nennspannungen über 1kV
    2) Ortsfeste Stromerzeugungsaggregate
    3) Zentralbatterien für Sicherheitsbeleuchtung
    Durch diese Aussage wird suggeriert, dass die Forderung nach abgeschlossenen, elektrischen Betriebsstätten in jedem Bundesland gilt. Das ist nachweislich nicht richtig. Fakt ist, dass die EltBauVO dem Landesbaurecht der jeweiligen Bundesländer unterliegt und somit die Anforderungen der Bundesländer im Vergleich Unterschiede aufweisen können. Die von Herrn Ziegler beispielhaft genannte EltBauV des Landes Baden-Württemberg zeigt z.B. deutliche Unterschiede im §1 und §3 im Vergleich zu anderen Bundesländern (siehe angefügte EltBauVO Niedersachsen).
    Fakt ist auch, dass die beschriebene Forderung in Baden-Württemberg nur für die unter 1) und 2) beschriebenen Anlagen und nicht für die Anlagen nach 3) gilt (siehe angefügte EltBauV Baden-Württemberg). In den EltBauVOs der meisten anderen Bundesländer findet man selbst für die Anlagen nach 1) und 2), abweichend von Baden-Württemberg, keine Forderung nach einer abgeschlossenen, elektrischen Betriebsstätte (siehe dazu z.B. angefügte EltBauVO Niedersachsen).
    Darüber hinaus ist zu beachten, dass in den meisten Bundesländern die Forderung nach einem eigenen, elektrischen Betriebsraum für Anlagen nach §1, Pkt. 3, nicht ausschließlich für Zentralbatterien für Sicherheitsbeleuchtung gilt, sondern für sog. „zentrale Batterieanlagen für bauordnungsrechtlich vorgeschriebene sicherheitstechnische Anlagen und Einrichtungen“. Daraus kann sich die Forderung nach einem eigenen, elektrischen Betriebsraum gem. EltBauVO auch für andere Anlagenkonstellationen, wie z.B. Brandmeldeanlagen, ergeben. Siehe dazu Frage 8 des Erfahrungsaustausches der Prüfsachverständigen der Länder vom 22.11.2018 in Hamburg (siehe Anlage). Abrufbar auch unter
    https://www.hamburg.de/contentblob/11962236/1499dca7d313aa4b287d3f1a81155aa4/data/beantwortung-von-fachfragen-zur-pvo-november-2018).pdf
    Fazit:
    Es gibt keine baurechtlichen Anforderungen (nach abgeschlossenen, elektrischen Betriebstätten), die pauschal für alle Bundesländer gültig sind. Maßgeblich sind immer die konkreten Anforderungen, die sich aus den in den einzelnen Bundesländern aktuell gültigen, baurechtlichen Regelwerken ergeben. Die von der Bauministerkonferenz verabschiedeten und veröffentlichten Muster-Richtlinien/-Verordnungen, die in diesem Zusammenhang oft genannt werden, haben keine Rechtsgrundlage. Siehe dazu auch https://www.bauministerkonferenz.de/verzeichnis.aspx?id=986&o=759O986.
    Um einen unnötigen und nicht erforderlichen Aufwand bei der Gestaltung und Auswahl von Betriebsräumen zu vermeiden, der sich aus der Beantwortung der Frage durch Hr. Ziegler bei den Lesern ergeben könnte, bitte ich hiermit um Klarstellung in der nächsten Ausgabe durch die Redaktion bzw. den Autor selbst.
    Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und verbleibe
    mit freundlichen Grüßen aus Ense


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