Praxisfrage

AFDD in Anlage mit klassischer Nullung

Frage gestellt am 2. September 2019

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Darf ich in einen Stromkreis mit klassischer Nullung einen AFDD einsetzen? Verletze ich damit den Bestandsschutz der Anlage? Wie sieht hier die fachliche Argumentation aus?
J. Z., Niedersachsen

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Kommentare aus der Community (3)

  1. Der Einsatz von AFDD ist für neu zu errichtende Endstromkreise vorgesehen. Diese müssen dann seit VDE 0100 Ausgabe 1973 als dreiadrige Endstromkreise mit getrenntem Schutzleiter errichtet werden, AFDD gibt es derzeit nur einpolig. TN – C, d.h. klassische Nullung mit PEN kleiner 16 qmm Al oder 10 qmm Cu ist bei der Neuerrichtung eines Stromkreises unzulässig. Für den Preis des AFDD, wenn man meint den bei klassischer Nullung wirklich einsetzen zu können sollte man sich erstens lieber für gleiches Geld eine neue Leitung für einen neuen Stromkreis leisten und zweitens was wahrscheinlich die größere Gefahr ist in Anlehnung an VDE 0100 Beiblatt 2 von 1991 bzw. 2001 den Stromkreis durch einen einzelnen RCD 30 mA in der UV vorübergehend schützen, bis der ganze Stromkreis erneuert ist. Nach 46 Jahren TN – S in Endstromkreisen, sollte man mit dem Wort Bestandsschutz bei klassischer Nullung endlich einmal aufhören und die Anlage erneuern.

  2. PS – Das Problem hat sich wohl mit der nun avisierten Neuauflage der VDE 0100-420:2019-10 erledigt.

  3. Der klassische „Bestandschutz“ kommt in der Elektrotechnik nicht vor. Bestandschutz ist ein belasteter Begriff aus dem Baurecht und hat in der Elektroinstallation nicht zu suchen. Es ist mir unbegreiflich, dass mit dieser gefährlichen Beschreibung Kollegen immer noch unterwegs sind.
    Nach 40 Jahren verliert eine Anlage definitiv ihre Gerichts- und Versicherungsfestigkeit, besonders dann, wenn in diesem Zeitraum keine wiederkehrenden Prüfungen erfolgt sind. Das ist in der Praxis noch immer die Regel.
    Die Anlage ist nicht mehr in dem technischen Zustand wie vor 40 Jahren, besonders im privaten Bereich hat sich die Nutzung erheblich geändert, auch hier passt es nicht mehr.
    Allein eine seriöse Gefährdungsbeurteilung der Anlage muss zur Verwerfung dieser führen.
    Auch unter Berücksichtung von brandschutztechnischen Aspekten ist eine solche Anlage zu verwerfen….Schmorstellen an alten Klemmstellen, Lichtbogenbildung, darauf folgend Karbonisierung und Selbstentzündung.
    Beim Brandschutz galt schon immer…Brandschutz kennt keinen Bestandschutz.
    Man sollte auch ein kritisches Fachgespräch mit dem Kunden nicht scheuen….darin scheitert es ja auch oft……wer in solchen Anlagen noch ruminstalliert erfüllt im Fehlerfall ziemlich schnell den Tatbestand der Baugefährdung (§319 StGb). Darüber sollte man auch einmal nachdenken.Allein der Gedanke in einer solchen Analge einen AFDD nachzurüsten halte ich….ganz vorsichtig ausgedrückt für spannend. Lieber auf den Auftrag verzichten.


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