Praxisfrage

Container als ortsfeste elektrische Anlage

Frage gestellt am 12. Februar 2018

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Wir sind für einen chemischen Industriebetrieb tätig. Dieser hat eine räumliche Erweiterung eines Sozialbereiches, dauerhaft, mir einem fertig installierten Sozial-Container mit Dusche und WC umgesetzt. Der Container ist ausgestattet mit einem 32A CEE Anschluss, welche eine unter der Decke montierte Unterverteilung versorgt, Höhe 2,20m. Die Unterverteilung entspricht IP30. Ohne Überspannungsschutz.

Wir haben versucht, durch den Hersteller der verbauten Leitungs- und RCD-Schutzschalter Typ A zu erfahren, ob die eingesetzten Artikel für diese Einbaulage geeignet sind. Leider ohne Erfolg.

Unser Kunde möchte nun von uns entsprechend den Anschluss dieses Containers umgesetzt haben.

Das Einzige, was wir zum Thema Einbaulage finden konnten

  • DIN 18015-3 »…Die Leitungen zum Stromkreisverteiler dürfen nur senkrecht geführt werden.«
  • DIN VDE 0100-513 »Alle Betriebsmittel…sind so anzuordnen, dass ihre Bedienung, Inspektion, Instandhaltung und der Zugang zu den Verbindungen leicht möglich sind. Diese Anforderungen dürfen durch den Einbau der Betriebsmittel in Gehäuse oder andere Einbauräume nicht nennenswert beeinträchtigt werden.«
  • DIN VDE 0100-530 »Die Prüfeinrichtung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung muss leicht zugänglich sein«

Unser kleinster Mitarbeiter muss hier eine Leiter nutzen, um an der Verteilung zu arbeiten.

Die Berechnung der Verlustleistung nach DIN EN61439-1 gestaltet sich ebenfalls anders, da die Rückseite der Verteilung nun die Dachfläche ist und der Faktor sich somit von 0,9 auf 1,4 erhöht.

Wir haben auch keine Aussage darüber, ob nach DIN EN 61439-1 die Betriebsmittel in der Schaltgerätekombination bei Übertemperatur einwandfrei arbeiten können.
Es gibt kein Überspannungsschutzkonzept für die gesamte elektrische Anlage. Müssen wir nicht trotzdem einen entsprechenden Überspannungsschutz einbauen?
Dürfen wir nun diese fest installierte elektrische Anlage, ohne weitere Bedenken in Betrieb nehmen, nur aufgrund der Tatsache, dass der Lieferant eine pauschale CE-Bescheinigung bestätigt und bereits über 700.000 von diesen Container in Betrieb seien?

Zur Veranschaulichung können wir Ihnen hierzu gerne noch Bilder und weitere Informationen zusenden.

D. W., Nordrhein-Westfalen

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Das sind interessante Probleme. Das Problem mit der Zugänglichkeit ist dabei sicher noch das kleinste. Die ist aber nicht erst in den benannten Normen beschreiben sondern als Grundforderung in VDE 0100-100 Punkt 34.
    Da ein Container einer begrenzte Höhe hat, läßt sich die Zugänglichkeit sicher technisch, organisatorisch regeln, wenn vor Ort eine Leiter vorgehalten und organisiert wird, daß unmittelbar unter den Verteilerkästen im Container ausreichend Platz für die
    Aufstellung dieser Leiter ständig verbleiben muß. Dieses muß in eine Gefährdungsbeurteilung einfließen.
    Hinsichtlich der Lage der Verteilung an der Decke mit den genannten Problemen ist der Hersteller verpflichtet durch entsprechende Wärmebelastungsberechnungen nachzuweisen, daß diese unproblematisch sind und wodurch das CE Zeichen untermauert wird.
    Kritisch hinterfragt werden muß sicher die Funktion der RCD in Abhängigkeit von der Lage. Entsprechend Produktsicherheitsgesetz muß das Produkt den Ansprüchen genügen, die in Beschreibungen und auch bildlichen Darstellungen vom Produkt durch den Hersteller gegeben werden. Wenn dieser nur bildliche Darstellungen mit senkrechter Einbaulage veröffentlicht, ist das sicher ein Hinweis, daß das Produkt nur in dieser Lage geprüft ist.
    Die Abfrage beim Hersteller hinsichtlich Einbaulage halte ich durchaus für berechtigt. Andererseits kann man natürlich auch durch Prüfung mit Messung feststellen ob die geforderten technischen Parameter in dieser Lage eingehalten werden. Als Kriteríum der Wahrheit würde ich da insbesondere die Verfahrensweise, wie sie in DGUV I 203-072 beschrieben ist, zuerst mit 1 x idn prüfen und mit dort benanntem „Üblichkeitswert“ von 50 Millisekunden vergleichen.
    Bei erheblichen Abweichungen davon sollten gegebenenfalls RCD gefordert werden, die auch in dieser Lage die Üblichkeitswerte einhalten, da es um Chemieanlagen geht, auch wenn die VDE 0105 – 100 das Prüfen mit 5 x Idn, dann aber kleiner 40 ms zuläßt und VDE 0100 – 410 im TN – Netz bei 1 x idn sogar Abschaltzeiten von 0,4 s allgemein zuläßt, die aber schon ein LS erreichen muß


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