Praxisfrage

Elektroherdanschluss – missbräuchliche Interpretation der Schleifenimpedanz?

Frage gestellt am 2. Oktober 2019

, , ,

Ein Kunde hat Anfang des Jahres einen Dachgeschossumbau vorgenommen. Bei diesem wurde die gesamte Elektroinstallation inklusive Unterverteilung erneuert. Der Elektroherd wurde, wie üblich, mit einen 3poligen B16A LS-Schalter abgesichert.
Ein Prüfbericht wurde erstellt; die Schleifenimpedanz am Elektroherd wurde mit 0,41Ohm und mit einem Kurzschlusstrom von 560A gemessen, dokumentiert und für gut befunden. Die Leitung NYM-J 5×2,5mm² hat eine Länge von ca. 16m. Nachdem der Kunde den Umbau im Juli dieses Jahres bezogen hat, ging nach einigen Wochen der Elektroherd nicht mehr richtig; Spannungsversorgung war gegeben, aber die Elektronik des Herdes war fehlerhaft. Der Hersteller des Herdes wurde durch den Küchenbauer kontaktiert und schickte ein Ersatzgerät. Dieses Ersatzgerät wurde durch einen Hermesboten, welcher wohl auch Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ist (laut seinem Prüfprotokoll) und wohl des Öfteren für den Hersteller des Elektroherdes unterwegs ist, ausgetauscht und angeschlossen. Dieser Zusteller/Monteur hat eine Schleifenimpedanz von 0,5Ohm gemessen und dokumentiert, diesen Wert aber als zu hoch angesehen und entsprechend einen Leistungsausschluss ausgefüllt: „Der Elektroherd-Anschluss darf gem. VDE-Bestimmungen von einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten nicht durchgeführt werden, da zu hoher Fehlerschleifenwiderstand.“ Dieser Leistungsausschluss wurde vom Vater des Kunden unterschrieben. Da ich diesen zu hohen Fehlerschleifenwiderstand/Leistungsausschluss aber so nicht korrekt finde, gehe ich davon aus, dass der Monteur sich so der Haftung für den Herdanschluss entziehen wollte. Sehe ich das so richtig? Eine Kopie des Prüfberichts liegt mir vor und kann gerne geschickt werden.
T. F., Hessen

Login

Sie sind bereits Abonnent?

jetzt einloggen

Sie sind noch kein Abonnent?

Als Abonnent der Fachzeitschrift de haben Sie Zugriff auf alle Inhalte des Online-Portals elektro.net

Jetzt abonnieren

Kommentare aus der Community (1)

  1. ich gehe davon aus, das bei einer Erneuerung der Anlage wahrscheinlich ein RCD eingebaut wurde. Dann spielt in der Regel Zs keine Rolle mehr, bzw könnte z.b 200 Ohm sein …


Einen Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mailadresse wird nicht angezeigt.

Die von Ihnen verfassten Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch unseren Administrator. Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzerklärung.