Praxisfrage

Prüfplatz für Prüfungsaufbauten

Frage gestellt am 5. Januar 2018

,

Ich wende mich an Sie, da ich dieses Thema nirgends so recht gelöst finde.
In unserem Ausbildungszentrum hat sich leider noch keiner so recht Gedanken gemacht, ob es vielleicht eine Vorschrift oder Norm für diese Art von Arbeitsplatz gibt.
Ich als sehr vorsichtiger Mensch habe da schon so meine Bauchschmerzen, da die Experimentierfreudigkeit und Unerfahrenheit der Azubi in meinen Augen nicht zu unterschätzen ist. Wie kann ich bezüglich der Gestaltung und Organisation dagegen wirken, um die Gefahren möglichst gering zu halten, aber auch noch praxisgerecht werden!

Arbeitsplatzgestaltung bezüglich »Prüfplätze«

Wir befinden uns in einem von vier Schulungsräumen, in dem Auszubildende im ersten und zweiten Ausbildungsjahr Mechatronik, Elektroniker für Betriebstechnik usw. ihre praktischen Übungen absolvieren. Auf Bild 1 sehen wir die Arbeitsplätze.

Auf Bild 2 sehen wir einen Arbeitsplatz mit einer Not-Aus Einrichtung, welche die Spannungen 24 DC, 230V / 400V AC ausschaltet. Zu diesem Zeitpunkt nehmen wir die Übungsaufbauten nur mit 24V DC in Betrieb, die 230V brauchen wir für die Versorgungsspannung unserer Laptops.

Problem:

An diesen Plätzen finden auch die Messungen für die Abschlussprüfung Teil 1 statt. Diese beinhalten die Niederohmigkeit des Schutzleiters, Isolationsmessung, Drehfeldmessung, Spannungsmessung und RCD-Messung. D. h. zu diesem Zeitpunkt fungieren diese Plätze als Prüfplätze. In der Vorbereitung sind dann 15 Azubi im Raum und sollen diese Messungen durchführen.

Die Plätze haben keine Anzeige ob Versorgungsspannung zugeschalten ist, können auch nicht separat versorgt bzw. ausgeschalten werden. Zentral kann man eben über die Not-Aus Einrichtung alle Spannungen wegschalten. In der UV ist ein allstromsensitiver 30mA RCD verbaut.

In dieser Prüfungsvorbereitungszeit, wo die Azubi die Messungen durchführen, ist der Raum dann mit diesen Aufbauten sehr unübersichtlich. Wie gesagt 15 Aufbauten!

Jetzt meine Frage?

Sehen Sie grundsätzlich ein Problem bei diesen Arbeitsplätzen und wie könnte man die Durchführung der Messungen besser gestalten. Soll organisatorisch was geregelt werden.

Bisher war ein Ausbilder im Raum und es haben bei der Übungsphase zwei Azubi zusammen die Messungen durchgeführt.

Wie sehen Sie dieses aus Ihrer Sicht?

(Bilder im Anhang)

S. D., Bayern

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Kommentare aus der Community (2)

  1. Der Verweis auf die VDE 0100-723 ist völlig richtig. Ich kenne übliche Arbeitsplätze aus Gymnasien und Berufsschulen, da sind für die zentralen Experimentierplätze an denen die Lehrer agieren je Platz mindestens 1 RCD 30 mA vorgeschaltet.
    Für die einzelnen nachgeordneten Schülerarbeitsplätze existieren dann noch einmal RCD 10 mA mit entsprechender Staffelung. Die Anlagen stammen schon aus der Zeit vor etwa 25 Jahren.

    Nur ein RCD 30 mA für die ganze UV für 15 Experimentierplätze ist schon recht abenteuerlich. Man muß bei den Aufbauten damit rechnen, daß die dem Schutzumfang von RCD nach VDE 0100-410 vorausgesetzten Bedingungen der niederohmigen Erdung an der Fehlerstelle nicht immer ausreichend gegeben sind.
    Das entspräche im Extremfall dem Fehler direktes Berühren. Da allstromsensitive RCD
    möglicherweise, wie oft bekanntgegeben, längere Abschaltzeiten haben, als RCD Typ A,
    würde ich immer dafür plädieren das kleiner oder gleich 30 mA der Norm im Sinne von kleiner, d.h. dann 10 mA nachgeordnet umzusetzen, um sicherzugehen, daß die besseren Abschaltzeiten, z.B. bei 50 mA Durchströmung bei 10 mA RCD 5 x idn 40 ms
    erreicht , werden anstelle der bei 50 mA zulässigen bis 130 ms bei einem RCD 30 mA .
    Es gibt genug Beispiele von tödlichen Stromunfällen trotz Vorhandensein von
    RCD 30 mA, siehe auch Darstellungen von Tribius.
    Bei Abschaltzeiten unter 40 ms hat man entsprechend den Veröffentlichungen von
    Prof. Biegelmaier auch bei denen bei direkter Berührung und 230 V auftretenden Strömen um 300 mA gute Chancen als guter Elektriker zu überleben.

    https://www.youtube.com/watch?v=08r27LnLHCM

    Für längere Zeiten fehlt der entsprechende Nachweis.

    In der neuen DGUV DGUV_I_203-072 Ausgabe Dezember 2017 wird erstmal
    öffentlich über einen Üblichkeitswert der Abschaltung von RCD von 20 ms bis 50 ms
    gesprochen.


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