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Trends im physischen Sicherheitsmarkt

Künstliche Intelligenz, Datenschutz und Privatsphäre

Genetec Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz und Machine Learning unterstützen z.B. bei der automatischen Nummernschilderkennung

(Bild: Genetec)

Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) stellt sich zuerst die Frage: Was ist Fakt, was Fiktion? Denn obwohl Künstliche Intelligenz zu einem alltäglichen Begriff geworden ist, ist die Technologie noch weit von einem alltäglichen Einsatz entfernt. Trotz großer Fortschritte sind Computer noch nicht in der Lage, wie Menschen zu denken oder zu handeln.

Allerdings können sie heute bereits enorme Datenmengen analysieren und ermöglichen damit tiefere Einblicke, so dass Nutzer anschließend schneller und effizienter fundierte Entscheidungen treffen können. Im Jahr 2020 erwartet Genetec deshalb enorme Fortschritte im Bereich Machine Learning für den Sicherheitssektor. Mithilfe von Trendprognosen für Kriminalität können Städte und Strafverfolgungsbehörden künftig ihre Ressourcen effizienter einsetzen. Auch Lösungen für automatische Nummernschilderkennung werden davon profitieren. Kfz-Kennzeichen oder auch das jeweilige Land können deutlich besser erkannt und Fehllesungen vom System zurückgewiesen werden.

Gesichtserkennung versus Privatsphäre

Der Einsatz von Gesichtserkennung und ähnlicher Analyseverfahren zur individuellen Identifizierung und Erfassung von Bewegungsabläufen spaltet weiterhin die Gesellschaft. Während die einen solche Systeme als leistungsfähige Möglichkeit sehen, effizient die Sicherheit zu erhöhen, halten andere diese für übergriffig.

Im Jahr 2020 wird es darauf ankommen, dass Entwickler gemeinsam mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, während sie die Lösungen weiter verbessern und versuchen, mögliche Vorurteile abzubauen. Systeme, die nach dem »Privacy-by-Design«-Ansatz entwickelt werden, können Bedenken weiter abbauen und den Datenschutz erhöhen. »Privacy-by-Design« bedeutet, dass bereits während der Planung eines Datenverarbeitungssystems technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um Daten zu schützen.

Physisches Identitätsmanagement

Unternehmen jeder Größe nutzen Zutrittskontrollsysteme, um ihre Standorte und Einrichtungen zu schützen. Steht kein umfangreiches Budget für ein teures, kundenspezifisches System zur Verfügung, müssen sich viele Unternehmen auf intransparente Lösungen mit kaum nachvollziehbaren Prozessen verlassen, die zahlreiche menschliche Interaktionen erfordern, um Zutrittsrechte zu erteilen oder zu entziehen. Den Zutritt jedes Einzelnen mit diesen Systemen nachzuvollziehen, kostet sowohl Zeit als auch Energie von Sicherheitspersonal, Mitarbeitern und Besuchern.

Nach Einschätzung von Genetec werden im laufenden Jahr vermehrt Out-of-the-Box-Lösungen verfügbar sein. So können auch kleine und mittlere Unternehmen auf Cloud-basierte Identitätsmanagement-Lösungen umsteigen, die einfach zu implementieren sind. Diese Lösungen für physisches Identitäts- und Zutrittsmanagement (PIAM = Physical Identity and Access Management) sind preisgünstiger und erlauben eine effiziente Verwaltung der Zutrittsrechte basierend auf der individuellen Identität und den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens. So kann sichergestellt werden, dass nur die Personen Zutritt zu einem Sicherheitsbereich erhalten, die auch dazu berechtigt sind. Gleichzeitig lassen sich die Prozesse einfacher verwalten und automatisieren.

Verbesserter Datenschutz durch Blockchain

Blockchain wird oftmals mit Kryptowährungen wie Bitcoin assoziiert. Die Technologie kommt aber immer öfter auch in anderen Bereichen zum Einsatz. Im Wesentlichen ist die Blockchain eine nicht-destruktive Methode, um Datenänderungen in einem bestimmten Zeitraum nachzuvollziehen. In der Sicherheitstechnik kommt Blockchain-Technologie zum Einsatz, um Manipulationen von Beweismaterial wie Video- und Zutrittsdaten oder von Identitätsmanagementsystemen zu verhindern. Die Blockchain dokumentiert jegliche Interaktion mit einer digitalen Datei, kann so Manipulationen offenlegen und Informationen bereitstellen, wann und wo eine Datei manipuliert wurde. Die Blockchain-Technologie ist damit ein leistungsstarkes Instrument, um Manipulationen von Sicherheitsdaten auszuschließen oder lückenlose, rechtssichere Beweisketten zu liefern.

Einige globale Unternehmen und Konzerne setzen die Technologie bereits heute ein, um ihre Sicherheitssysteme zu untermauern. Mit zunehmender Verbreitung der Blockchain-Technologie, werden immer mehr Unternehmen die Integrität ihrer Betriebs- und Sicherheitsdaten mit solchen Lösungen schützen.

Cybersecurity steht weiter im Fokus

Cybersicherheit bleibt auch 2020 ein zentrales Thema für den physischen Sicherheitsmarkt. Unternehmen, die mehr Daten sammeln, müssen mehr Daten schützen. Bereits heute arbeiten Leitungsorgane und verantwortungsvolle Hersteller mit Wissenschaftlern, Technologieexperten, Bürgerrechtlern und Branchenführern zusammen, um den Einsatz potenziell invasiver Technologien zu regulieren, einschließlich der dafür erforderlichen Prozesse zum Schutz vor Datenverlusten.

Diese Partnerschaften werden in 2020 weiter ausgebaut. Gleichzeitig müssen Hersteller von Sicherheitssystemen auch massiv in Cybersicherheit investieren, um Schutzmaßnahmen standardisiert in ihre Produkte zu integrieren. Die Herausforderung wird darin bestehen, Sicherheit zu maximieren und gleichzeitig die Privatsphäre und Rechte des Individuums zu schützen.

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