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Vernetzt und gut belüftet

Systemlösungen für Raumklima und ­Virenschutz

Bild 1: M Flex wird als Heizsystem im Neubau und der Sanierung von Wohngebäuden eingesetzt. Das System besteht aus einer kompakten Außeneinheit und einer ­platzsparenden Inneneinheit.
Bild 1: M Flex wird als Heizsystem im Neubau und der Sanierung von Wohngebäuden eingesetzt. Das System besteht aus einer kompakten Außeneinheit und einer ­platzsparenden Inneneinheit.

(Bild: Glen Dimplex Deutschland)

Die Klimaschutzgesetzgebung schlägt sich in immer neuen Vorschriften und Förderprogrammen nieder. Wärmepumpen sind dabei die größten Gewinner mit den größten Zukunftsaussichten im Heizungsmarkt. Die Hersteller wünschen sich jedoch weitere Marktanreize, um das Wachstum zu verstetigen. Sie gehen anderenfalls davon aus, dass die gesetzlichen Auflagen zur Erreichung der Klimaziele 2030 in der zweiten Hälfte der Dekade so drastisch verschärft werden müssen, dass die europäischen Hersteller den dann entstehenden Bedarf an Wärmepumpen nicht decken können und China der große Profiteur sein wird. Auch die Ressourcen im Fachhandwerk dürften dann für einen solchen Marktsprung nicht ausreichen.

Bereits heute ist es mitunter schwer, einen geeigneten Fachbetrieb für die In­stallation einer Wärmepumpenanlage zu finden, welche die geplanten (und geförderten) Jahresarbeitszahlen erreicht. Daher sind schon heute Systemlösungen und Planungsunterstützung der Königsweg, um Fehlplanungen und nicht korrekte Installationen zu vermeiden. Diese Lösungen umfassen aufeinander abgestimmte Teilsysteme, welche auch gewerkeübergreifend Heizung, Klima und Lüftung zu einer Einheit zusammenführen.

Komponenten werksseitig integriert

Bild 2: Alle wichtigen Komponenten sind in der M Flex ­Inneneinheit bereits verbaut. Das spart Zeit bei der Installation: 50 l Puffer mit doppelt differenzdrucklosem Verteiler, 3-Wege-Umschaltventil (Heizen/Warmwasser), Rohrheizung max. 6 kW, separate Pumpe für den Erzeuger- und Verbraucherkreis, Ausdehnungsgefäß mit 24 l, Sicherheitsventil, Schmutzfänger, Durchfluss- und Drucksensor.
Bild 2: Alle wichtigen Komponenten sind in der M Flex ­Inneneinheit bereits verbaut. Das spart Zeit bei der Installation: 50 l Puffer mit doppelt differenzdrucklosem Verteiler, 3-Wege-Umschaltventil (Heizen/Warmwasser), Rohrheizung max. 6 kW, separate Pumpe für den Erzeuger- und Verbraucherkreis, Ausdehnungsgefäß mit 24 l, Sicherheitsventil, Schmutzfänger, Durchfluss- und Drucksensor.

(Bild: Glen Dimplex Deutschlan)

Um ein derartiges System handelt es sich bei der neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe M Flex von Glen Dimplex Deutschland (Bild 1). Hier sind Komponenten bereits werksseitig integriert, die sonst zusätzlich gekauft werden müssten (Bild 2). Das spart Zeit und Geld bei Planung und Installation. Mit M Flex wird eine komplette Heizungsanlage installiert. In Kombination mit einem zentralen Lüftungsgerät und einem Warmwasserspeicher entsteht ein Gesamtsystem. M Flex gibt es in zwei Varianten, entweder mit 6 kW bis 9 kW oder mit 9 kW bis 16 kW Heizleistung. Außen- als auch die Inneneinheit sind kompakt und platzsparend konzipiert und sind über eine bis zu 10 m lange Kältemittelleitung miteinander verbunden.

Der drehzahlgeregelte Eulenflügel-Ventilator der Außeneinheit der Wärmepumpe arbeitet leise, so dass auch bei kleinen Grundstücken der Nachbar nicht gestört wird. Bei voller Leistung ist es in 5 m Entfernung fast so leise (35 dB(A)) wie in einem ruhigen Schlafzimmer (30 dB (A)). Der Verdichter wurde bewusst in die Inneneinheit verlegt. Die Außeneinheit kann optional über eine Wandkonsole direkt an der Hauswand befestigt werden. Notwendige Anschlüsse und Leitungen werden durch die Wandkonsole verdeckt. In der Inneneinheit von M Flex sind alle wichtigen Komponenten bereits werksseitig verbaut. Die gesamte Anlage wird über ein übersichtliches 4,3-Zoll-Farb-Touch-Display gesteuert. Durch die inte­grierte Inverter-Technologie kann die Leistung der Wärmepumpe an den tatsächlichen Heizbedarf intelligent angepasst werden. Sie arbeitet dadurch etwa bei geringem Wärmebedarf weniger, bei hohem mehr. Besonders an kalten Tagen steht so umgehend mehr Heizpower zur Verfügung. Die Anlage passt ihre Leistung stufenlos an und erreicht die gewünschte Raumtemperatur immer mit dem kleinstmöglichen Energieaufwand. Die Leistungsreserve des Inverters verkürzt auch die Aufheizphase für Warmwasser und sorgt so zusätzlich für mehr Komfort. In der Nachtabsenkung um maximal 5 % der Leistung stellt sie ebenfalls genügend Energie zur Verfügung.

Modulare Komponenten ergänzen und erweitern den Leistungsumfang der Wärmepumpe M Flex. So sind passende Warmwasserspeicher mit 300 l, 400 l oder 500 l Nutzinhalt kombinierbar. Möglich ist auch das Zusammenspiel mit der zentralen Lüftungseinheit M Flex Air. Passend im Design der Wärmepumpe sorgt das Lüftungsgerät nicht nur für ein gesundes Raumklima sondern auch für Wärmerückgewinnung und in einer zusätzlichen Variante für Feuchterückgewinnung. M Flex Air ist durch tauschbare Luftrichtungen flexibel zu installieren, verfügt über integrierte Luftqualitätssensoren, über Pollenfilter und optional auch über Feinstaub-Filter, über ein elektrisches Vorheiz- und Nachheiz-Register sowie einen zuluftseitigen Kondensat-Anschluss für gekühlte Gebäude.

Vernetzt steuerbar via App

Bild 3: Mit der MyStiebel-App lassen sich die Einstellungen für Heizung, Kühlung und Warmwasser per Smartphone vornehmen.
Bild 3: Mit der MyStiebel-App lassen sich die Einstellungen für Heizung, Kühlung und Warmwasser per Smartphone vornehmen.

(Bild: Stiebel Eltron)

Über das Internet-Service-Gateway lassen sich Wärmepumpen von Stiebel Eltron in Netzwerke einbinden und über Smartphone (Bild 3), Tablet oder PC beobachten und einstellen. Die »MyStiebel«-App bietet nun zusätzliche Funktionen hierfür. Die Bedienung der Wärmepumpe wird damit einfacher und schneller. Es lassen sich Einstellungen für Heizung, Kühlung und Warmwasser vornehmen. Auch Abwesenheiten wie »Urlaub« oder der Eco-Modus können so aktiviert werden. Voraussetzung für den Betrieb der App ist die Nutzung eines Internet-Service-Gateways (ISG) sowie die Kompatibilität des verwendeten Wärmepumpenreglers mit der App.

Kühlen und Heizen mit einem Gerät

Bild 4: Die Inverter-Technologie der Climate-Serie sorgt dafür, dass die Leistung der Geräte sich immer dem aktuellen Bedarf anpasst.
Bild 4: Die Inverter-Technologie der Climate-Serie sorgt dafür, dass die Leistung der Geräte sich immer dem aktuellen Bedarf anpasst.

(Bild: Bosch)

Mit den neuen Split-Klimageräten der Climate-Serie will Bosch ganzjährig für ein angenehmes und gesundes Raumklima sorgen (Bild 4). Die Inverter-Technologie der Geräte sorgt dafür, dass die Leistung der Geräte sich immer dem aktuellen Bedarf anpasst. Alle Geräte erreichen im Kühlbetrieb die ErP Energieeffizienzklasse A++ bzw. A+++ und werden mit dem Kältemittel R32 betrieben. Durch Standby- und Energiesparfunktionen soll der Stromverbrauch minimiert werden. Die Geräte sind je nach Einsatzort mit verschiedenen Nennleistungen verfügbar. Das Climate 5000 verfügt über eine Timer-Funktion. Die Luftqualität wird durch Biofilter und Kalt-Katalyse-Filter verbessert. Die Climate 5000 ist bis -15 °C  Außentemperatur einsetzbar und eignet sich somit beispielsweise für den Einsatz in Serverräumen. Für den Betrieb in mehreren Räumen wird die Climate 5000 MS als Multisplit-Gerät angeboten. 

Bild 5: Der Silent-Outdoor-Unit-Mode der Climate 8000i/9000i Außeneinheit senkt Schallemissionen im Außenbereich um bis zu 4 dB(A).
Bild 5: Der Silent-Outdoor-Unit-Mode der Climate 8000i/9000i Außeneinheit senkt Schallemissionen im Außenbereich um bis zu 4 dB(A).

(Bild: Bosch)

Durch den zuschaltbaren Eco-Mode bietet die Climate 6000i Komfortfunktionen: Dazu gehört ein 1-2-3-5-h-Off-Timer mit automatischer Abschaltung und einem Dry-Mode gegen hohe Luftfeuchtigkeit an schwülen Tagen. Schimmelpilze werden durch den Self-Cleaning-Mode vermieden. Die Climate 8000i bietet eine flache Bauweise und ein attraktives Design der Inneneinheit. Teile wie Luftgitter können einfach ausgebaut und gereinigt werden. Ein angenehmes Raumklima erzielt der »Coanda-Effekt«: Die kühle Luft wird an der Decke und die warme am Boden entlanggeführt. So werden unangenehme Luftzüge vermieden. Mit dem Full-Power-Mode wird bei maximaler Leistung schneller gekühlt oder gewärmt. Der Silent-Outdoor-Unit-Mode senkt die Schallemissionen im Außenbereich um bis zu 4 dB(A) (Bild 5). Die Auto-Restart-Funktion sorgt dafür, dass auch bei Stromausfall die Einstellungen erhalten bleiben. Die Climate 9000i ist das Spitzengerät der Gerätereihe. Neben dem attraktiven Äußeren der Inneneinheit sorgen im Inneren zwei Motoren dafür, dass der Luftstrom in zwei Richtungen gleichzeitig geführt wird. Im Multi-Space-Betrieb können mehrere Räume auf die gewünschte Temperatur gekühlt oder beheizt werden. Der Winkel der Luftgitter passt sich dazu automatisch an. Der Bewegungssensor »Intelligent-Eye« detektiert, ob sich eine Person im Raum aufhält und richtet den Luftstrom entsprechend sanft aus. Per App lassen sich alle Funktionen steuern.

Saubere Luft für Gewerberäume

Bild 6: Die Single-Split-Klimasysteme der PACi-Reihe haben mehrere Auslässe zur Klimatisierung größerer Gewerberäume.
Bild 6: Die Single-Split-Klimasysteme der PACi-Reihe haben mehrere Auslässe zur Klimatisierung größerer Gewerberäume.

(Bild: Panasonic)

Mit der PACi-Reihe bietet Panasonic Single-Split-Klimasysteme mit mehreren Auslässen, die insbesondere zur Klimatisierung größerer Gewerberäume wie z. B. Restaurants geeignet sind. Die neuen Systeme PACi NX verfügen nun über eine auf dem europäischen Markt übliche dreiadrige Verkabelung. So wird der Einsatz in der Sanierung einfacher. Neue Ka­nalgeräte, die flacher und leichter sind und horizontal bzw. vertikal verbaut werden können, erhöhen die Flexibilität (Bild 6).  Die PACi-NX-Klimasysteme sind mit dem neuen Conex-Regler ausgestattet, der ebenfalls in diesem Herbst eingeführt wird (Bild 7).

Bild 7: Die PACi-NX-Klimasysteme sind mit dem Conex-Regler ausgestatte
Bild 7: Die PACi-NX-Klimasysteme sind mit dem Conex-Regler ausgestatte

(Bild: Panasonic)

Mit dem Conex-Regler entwickelt der Hersteller das Thema IoT (Internet of Things) weiter. Dank Bluetooth können Installateure und Servicetechniker mit dem Smartphone und Steuerungs- und Diagnose-Apps auf Innen- und Außengeräte zugreifen. Über WLAN lassen sich die Geräte zudem in die Panasonic Comfort Cloud einbinden. Diese ermöglicht dem Endanwender die Steuerung seiner Anlage über das Internet. Alle Innengeräte der PACi-NX-Generation sind standardmäßig mit dem neuen Luftreinigungssystem nanoe X ausgestattet.

Abluftventilatoren für dezentrale Lüftung

Bild 8: Der  Abluftventilator BAW F mit Feuchtesteuerung ist für den Einsatz in Bad, Dusche und Abstellraum geeignet
Bild 8: Der Abluftventilator BAW F mit Feuchtesteuerung ist für den Einsatz in Bad, Dusche und Abstellraum geeignet

(Bild: Vallox)

Für seine dezentralen Lüftungsgeräte B 44 und die Variante mit dem geringerem Durchmesser B 44 160 hat Vallox als Systemergänzung den neuen Abluftventilator BAW 90 in drei Ausführungen entwickelt (Bild 8). Dieser kommt in Bad, WC, Dusche, Abstellraum und Ankleidezimmer zum Einsatz. Je nach Einsatzort und örtlichen Gegebenheiten empfiehlt der Hersteller die Standardvariante BAW 90, den Abluftventilator mit Feuchtesteuerung BAW 90 F oder das Gerät mit einstellbarem Nachlauf und Intervallbetrieb BAW 90 N/I. Alle drei Varianten sind für den Einsatz in Nassräumen geeignet. Bei der Basisvariante BAW 90 kann der Nutzer die Leistungsstufe hoch mit 90 m³/h oder niedrig mit 75 m³/h wählen und das Gerät je nach Bedarf ein- oder ausschalten. Der Abluftventilator mit Feuchtregulierung BAW 90 F schaltet sich automatisch bei einer relativen Luftfeuchte von 70 % ein und nach Erreichen von 60 % und einer definierten Nachlaufzeit wieder aus. Zudem kann der Ventilator auf Betrieb mit Einschaltverzögerung von 45 Sekunden und Nachlaufzeit geschaltet oder auch manuell aktiviert werden, um beispielsweise unangenehme Gerüche schnell zu beseitigen.

In Ankleidezimmern, Bädern oder auch im Abstellraum kann es sinnvoll sein, den Abluftventilator zu vorgegebenen Zeiten automatisch laufen zu lassen. Diese Möglichkeit bietet der BAW 90 N/I, wobei auch hier sowohl Einschaltverzögerung mit Nachlaufzeit sowie die manuelle Ein-/Ausschaltung wie beim BAW 90 F ausgewählt werden kann. Alle BAW 90 verfügen serienmäßig über eine dichtschließende Winddrucksicherung. Mit dem Nässe- und Staubschutz (IP45) können sie auch im Installationsbereich 1, d. h. bei Strahlwasser eingesetzt werden. Die Kombination eines B44/B44 160 mit einem oder mehreren Abluftventilatoren lässt sich über die Schnittstelle B44 AVS regeln. Bis zu drei BAW 90 können mittels drei AVS-Schnittstellen an ein B 44 BE-Bedienelement parallel angeschlossen und über den externen Kontakt verbunden werden.

Informationen zur Coronavirus-Krise

Weitere wichtigen Informationen zu den Auswirkungen des Coronavirus auf das Handwerk und sonstige nützliche Informationen finden Sie ab jetzt unter www.elektro.net/corona. Diese Seite wird laufend aktualisiert.

Über den Autor
Autorenbild
Dipl.-Kommunikationswirt Roland Lüders

Redaktion »de«

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