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Allgemeine Planungsgrundlagen

Anschlusseinrichtungen für Gebäude

Auf einen Blick Ausführliche Bezeichnung: DIN 18012:2018-04, Anschlusseinrichtungen für Gebäude – allgemeine Planungsgrundlagen

Planungsgrundsätze gelten für Anschlusseinrichtungen der einzelnen Versorgungssparten in Wohn- und Nichtwohngebäuden
Die Strom- und Gasversorgung wird in dieser Norm als Netzanschluss bezeichnet, die Versorgung für die Trinkwasser-, Fernwärme- und Kommunikationsversorgung hingegen als Hausanschluss. Zu den auffälligsten Änderungen gegenüber der Vorgängernorm zählen u. a. der Normentitel und die Erfassung aller Sparten. Weiterhin gibt es nun neue Höhenmaße für Hausanschlussnischen sowie bebilderte Beispiele für die Anordnung der Anschluss- und Betriebseinrichtungen in- und außerhalb von Gebäuden.

Grundsätze der Versorgung

Die Planung zur Unterbringung von Anschluss­einrichtungen in einem Gebäude erfolgt in Abstimmung mit den Netzbetreibern oder den Versorgungsunternehmen. Alle installierten Anschluss- und Betriebseinrichtungen müssen den einschlägigen technischen Bedingun­gen entsprechen und danach installiert, betrieben und instand gehalten werden können.

Netz- oder Hausanschlüsse werden grundsätzlich als erdverlegte Anschlussleitung auf dem kürzesten Weg vom Verknüpfungspunkt des Versorgungsnetzes zur Anschlusseinrichtung geführt. Diese Arbeiten führt der Netzbetreiber aus. Jedes Grundstück bzw. jedes Gebäude mit einer eigenen Hausnummer erhält einen eigenen Netz- und Hausanschluss.

Dabei wird die Art, Zahl und Lage der Netz- oder Hausanschlüsse entsprechend der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), der Niederdruckanschlussverordnung (NDAV), den AVBWasserV und den AVBFernwärmeV sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik bestimmt. Ein gemeinsamer Anschluss in Doppel- oder Reihenhäusern ist nur dann möglich, wenn die Einrichtung über eine gemeinsame Übergabestelle oder einen gemeinsamen Hausanschlussraum verfügt. Dabei muss dann auch die Zugänglichkeit zu den Räumlichkeiten geregelt sein.

Mess-, Steuer-, Regel- und Sicherheitseinrichtungen sind gemeinsam mit den Netz- und Hausanschlüssen in einem Raum unterzubrin­gen. Im Erdreich verlegte Anschlussleitungen dürfen nicht durch Garagen, Wintergärten oder durch nicht unterkellerte Ge­bäude überbaut werden. In Ausnahmefällen wird dies aber gestattet. Dann müssen die Anschlussleitungen durch Hohlräume in geeigneten Schutzrohren verlegt werden. Dabei ist zu be­achten, dass die Leitungen austauschbar bleiben.

Grundsätze der Stromversorgung

Die Errichtung der elektrischen Anlage in einem Gebäude, bzw. auf einem Grundstück unterliegt der Verantwortung des Planers und dem Errichter. Werden mehrere Anschlüsse auf einem Grundstück benötigt, ist eine dauerhaft eindeutige elektrische Trennung der Anlagen zu gewährleisten. Der Anschluss an das Elektrizitätsversorgungsnetz ist nach den Vorgaben der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) umzusetzen. Ebenfalls einzuhalten sind die Technischen Anschlussbedingungen TAB des Netzbetreibers sowie die Mindestanforderungen nach § 19 des Energiewirtschaftsgesetztes EnWG.

Der § 19 des EnWG beschreibt u. a., dass Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen verpflichtet sind, technische Mindestanforderungen für die Auslegung und den Betrieb festzulegen und im Internet zu veröffentlichen. Hierbei geht es um die nach § 17 festgelegten Bedingungen für den Netzanschluss von Erzeugungsanlagen, Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie, Elektrizitätsverteilernetzen, Anlagen direkt angeschlossener Kunden, Verbindungsleitungen und Direktleitungen.

Für die Kommunikationsversorgung richtet sich die Anzahl der Kommunikationsanschlüsse nach der Anzahl der zur Verfügung stehenden Netzbetreiber – unter Berücksichtigung der Anforderungen des Gebäudeeigentümers. Die Ausführung der Anschlüsse an die Kommunikationsnetze erfolgt nach den Vorgaben des jeweiligen Netzbetreibers.

Gas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung

Der Anschluss an das Gasversorgungsnetz erfolgt nach den Vorgaben der Niederdruckanschlussverordnung NDAV. Insbesondere hat hier die Erfüllung der technischen Mindestanforderungen das Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. DVGW zu erfolgen.

Der Anschluss an das Trinkwasserverteilungsnetz ist durch die Anforderungen des AVBWasserV und ebenfalls durch das Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. DVGW beschrieben.

Der Anschluss an ein Fernwärmenetz ist nach den Vorgaben der AVBFernwärmeV und den daraus resultierenden Anforderungen des Fernwärme-Versorgungsunternehmens entsprechend seinen veröffentlichten technischen Anschlussbedingungen (TAB) geregelt.

Details von Anschluss- und Betriebseinrichtungen

Anschluss- und Betriebseinrichtungen müssen vor mechanischer Beschädigung, Manipulation und unbefugten Zugriffen geschützt werden. Die Montage erfolgt in trockenen Räumen. Kondenswasser ist durch eine entsprechende Belüftung zu vermeiden. Auch in feuer- oder explosionsgefährdeten Bereichen dürfen die Einrichtungen nicht installiert werden.

Feuerstätten, wie beispielsweise Heizungsanlagen, dürfen in den Anschlussräumen vorhanden sein. In diesem Fall ist der Raum zu belüften und es müssen die Anforderungen der Lüftung und Verbrennungsluftverordnung nach der DVGW G 600 sowie die der Feuerungsverordnung FeuV des jeweiligen Bundeslandes beachtet werden.

Messeinrichtungen der jeweiligen Sparten sind leicht ablesbar und auswechselbar zu montieren. Der Zugang zu den Anschluss- und Betriebseinrichtungen ist frei zugänglich und die Bedienbarkeit sicher zu gestalten. Die Anordnung der Messeinrichtungen aller Sparten ist zentral auszuführen.

Die Bauordnungen des jeweiligen Bundeslandes ist während der Planung von Hausanschlussräumen immer zu beachten. Weitere Berücksichtigungen befinden sich in der Feuerungsverordnung sowie der Leitungsanlagenrichtlinie der Länder. Dies gilt besonders für die Anforderungen an den Brandschutz und hinsichtlich erforderlicher Mindest-Gangbreiten. In hochwassergefährdeten Gebieten sind ebenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen.

Einführung der Sparten in das Gebäude

Die Anordnung der Hauseinführung befindet sich immer in dem Raum, in dem sich auch der Anschluss befindet. Die Ausführungsart ist mit dem jeweiligen Netzbetreiber abzustimmen. Damit die Biegeradien der Leitungen eingehalten werden können, empfiehlt es sich die Hauseinführung immer im Eckbereich eines Raumes zu setzen (Bild 1).
Bild 1: Korrekte Hausanschlussanordnung (links) – die rechte Variante ist abzulehnen
Bild 1: Korrekte Hausanschlussanordnung (links) – die rechte Variante ist abzulehnen
Die Bauwerksdurchdringung wird in der Regel durch Kernbohrungen, Einbau von Futterrohren, Schalungen oder Aussparungen hergestellt. Die Durchdringung ist mit einer für Kabel und Rohre geeigneten Bauwerksabdichtung zu versehen. Die Bauwerksdurchdringung muss gas- und wasserdicht ausgeführt sein und ggf. druckwasserdicht ausgeführt und abgedichtet werden. Zu beachten sind dabei die Anforderungen der VDE AR-N 4223 »Bauwerksdurchdringungen und deren Abdichtung für erdverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen«.

Besonderheiten der einzelnen Sparten

Bild 2: Einzuhaltende Maße in Hausanschlussräumen
Bild 2: Einzuhaltende Maße in Hausanschlussräumen
Zur Errichtung der Netzanschlüsse für Strom gelten die Bedingungen der VDE-AR-N 4100. In Räumen in denen dauerhaft die Temperatur von 30 °C überschritten wird, dürfen keine Einrichtungen für die Stromversorgung integriert werden. Die Montage der Anschlusseinrichtungen der Sparte Strom an Hausanschlusswänden in den entsprechenden Hausanschlussräumen erfolgt unter den Vorgaben der Maße gemäß Bild 2.

Für Netzanschlüsse der Sparte Gas gelten die DVGW-Arbeitsblätter DVGW G 459-1 und DVGW G 459-2. im Falle einer Undichtheit am Gasrohr ist es wichtig, das Gas nach außen abzuleiten. Eine nachträgliche Überbauung einer Gas-Anschlussleitung ist ohne Zustimmung des Netzbetreibers und zusätzliche Schutzmaßnahmen nicht zulässig.

Trinkwasseranschlüsse werden nach der DIN EN 805 in Verbindung mit den Arbeitsblättern DVGW W 400-1 und DVGW W 400-2 errichtet. Sämtliche Versorgungsleitungen müssen im Erdreich außerhalb des Gebäudes mit ausreichender Bedeckung, frostfrei und in einem hygienisch einwandfreien Zustand verlegt sein. Um aus hygienischen Gründen eine Erwärmung des Trinkwassers zu verhindern, sind ständige Umgebungstemperaturen über 25 °C zu vermeiden. Ständige Temperaturüberschreitungen im Sinne dieser Norm sind solche mit mehr als 1 h Dauer.

Hausanschlüsse für die Fernwärme unterliegen den Anforderungen des AGFW-Regelwerks. Hierbei sind die technischen Anschlussbedingungen des Versorgungsunternehmens zu berücksichtigen.

Für die Installation von kommunikationstechnischen Einrichtungen beschreibt die DIN EN 50174 (VDE 0800-174) entsprechende Anforderungen. Die Verlegetiefe der Leitungen im Erdreich für die Zuführung zum Gebäude ist in einem Graben mit einer Tiefe von 0,60 m auszuführen.

Innerhalb eines Gebäudes gelten die Regeln der DIN EN 50174-1 (VDE 0800-174-1). Kabel mit einem metallischen Schirm oder Armierungen müssen in den Schutzpotentialausgleich des Gebäudes eingebunden werden.

Der Platzbedarf des HÜP (Hausübergabestelle des Kommunikations-Verteilnetz) richtet sich nach den anzuschließenden Anschlusseinrichtungen und ist mit dem jeweiligen Netzbetreiber abzustimmen.

Netz- und Hausanschluss­einrichtungen in Gebäuden

Anschlusseinrichtungen, auch Übergabestellen genannt, werden in der Regel innerhalb von Gebäuden untergebracht. Die Montage erfolgt in Hausanschlussräumen, auf Hausanschlusswänden oder in Hausanschlussnischen (Bild 3). In dem Hausanschlussraum, an der Hausanschlusswand und in der Hausanschlussnische ist ein Anschlussteil des Fundamenterders nach DIN 18014 und die Haupterdungsschiene für den Schutzpotentialausgleich anzuordnen.
Bild 3: Beispiel für einen Hausanschlussraum
Bild 3: Beispiel für einen Hausanschlussraum
In nicht unterkellerten Gebäuden erfolgt die Einführung der Versorgungsleitungen senkrecht von unten in den Hausanschlussraum. Die Montagewand für die Einrichtungen muss mindestens eine Stärke von 60 mm aufweisen.

Der Hausanschlussraum ist beleuchtet auszuführen und mit mindestens einer Schutzkontaktsteckdose zu versehen. Der Hausanschlussraum muss frei zugänglich sein und an einer Gebäudeaußenwand liegen. Der Raum muss verschließbar sein und ist als Hausanschlussraum zu kennzeichnen. Die Durchgangshöhe in diesem Raum beträgt immer mindestens 2,00 m. Der Hausanschlussraum weist eine Länge von min. 2,00 m, eine Höhe von min. 2,10 m und eine Breite von min. 1,50 m auf.

Eine Hausanschlusswand muss ebenfalls frei zugänglich sein. Auch diese steht ebenfalls in Verbindung mit einer Gebäude-Außenwand. Die Höhe der Wand beträgt ebenfalls min. 2,10 m und die Wandlänge richtet sich nach der Anzahl der der zu versorgenden Nutzungseinrichtungen.

Häufig verwendet man in nicht unterkellerten Einfamilienhäusern die sogenannte Hausanschlussnische. Aufgrund der Maße können hier beispielsweise Kommunikationsverteiler, Messeinrichtungen für Erzeugungsanlagen, Trinkwasserbehandlungsanlagen nicht integriert werden. Die Maße der Nische richten sich nach dem Rohbau. Das Richtmaß für Türen beträgt in der Breite min. 875 mm und in der Höhe min. 2125 mm. Die Tiefe muss dabei min. 250 mm betragen. Die Türen der Hausanschlussnischen weisen dabei ausreichend große Lüftungsöffnungen vor. Sollten Gasversorgungseinrichtungen in der Nische integriert sein, sind die Lüftungsöffnungen mindesten 5 cm2 groß auszuführen.

Anschlusseinrichtungen außerhalb von Gebäuden

Anschlusseinrichtungen können nach Vorgaben des Netzbetreibers, bei nicht dauerhaft bewohnten Gebäuden oder auf Wunsch des Bauherrn, auch außerhalb von Gebäuden in­stalliert werden. Diese werden in Unter- oder Aufputzgehäusen, Hausanschluss- oder Zähleranschlussschränken mit entsprechender Schutzart montiert.

Der Anschluss des Fundamenterders nach DIN 18014 und die Haupterdungsschiene (Potentialausgleichsschiene) für den Schutzpotentialausgleich sind grundsätzlich im anzuschließenden Gebäude anzuordnen. Der Aufstellungsort von Anschlussschränken für die einzelnen Sparten wird so nah wie möglich am Anschlusspunkt des Netzbetreibers gewählt. Dieser befindet sich aber generell auf dem Grundstück des Betreibers, also an der Grundstücksgrenze zum öffentlichen Verkehrsraum.

Der Zugang muss auch für den Netzbetreiber bzw. das Versorgungsunternehmen für Wartungsarbeiten oder Störungsbeseitigungen gesichert bleiben. Dies wird durch eine Doppelschließung erreicht, die der Netzbetreiber und der Anlagenbetreiber unabhängig voneinander bedienen können. Die Anschlusssäule für den Strom muss der maximalen Wärmebelastung standhalten. Die Belastung kann durch hohe Betriebsströme von Erzeugungsanlagen hervorgerufen werden. Komponenten für kommunikative Einrichtungen zur Vernetzung der Messeinrichtungen sind ebenfalls zu integrieren.

Fazit

Die hier erläuterte Norm beschreibt die Gestaltung von Hausanschlüssen für die Energieversorgung von Gebäuden. Durch die Festlegung, in welcher Form eine Sparte ausgeführt wird, sollte es auf den Baustellen bei der Montage zu keinen offenen Fragen mehr kommen. Jedoch ist es in der Praxis immer möglich, dass es zu Abweichungen zu dieser Norm kommen kann.
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Über den Autor
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Dirk Maske

BFE Oldenburg

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