Errichten von Niederspannungsanlagen

Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel

2. Juli 2018

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Neue Norm DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530): 2018-06 »Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 530: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel –
Schalt- und Steuergeräte«. Dieser Teil der DIN VDE 0100-Reihe behandelt die Auswahl von Betriebsmitteln zum Trennen, Schalten, Steuern, Überwachen und deren Errichtung. Dadurch werden die erforderlichen Schutzmaßnahmen sichergestellt, sowie die Funktion der elektrischen Anlage.

Quelle: Fotolia/fotomek

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Gegenüber der Vorgängernorm gibt es wesentliche Änderungen. Unter anderem sind nun die Anforderungen integriert, die in der DIN VDE 0100-537 sonst separat aufgeführt waren. Bei den Anforderungen zum Schutz gegen Überstrom an Leistungsschaltern, sowie Leitungsschutzschaltern fanden Ergänzungen statt. Zudem sind mögliche Fehlerströme in Systemen mit Halbleitern im Anhang A aufgenommen.

Jedes elektrische Betriebsmittel ist so auszuwählen und zu errichten, dass die Anforderungen und Grundsätze der DIN VDE 0100 entsprechen und eingehalten werden.

Bei der Befestigung der Betriebsmittel ist auf die Angaben des Herstellers zu achten. Leiteranschlussklemmen dürfen nicht einer Überbeanspruchung oder zu hoher Belastung ausgesetzt sein.

Bei Betriebsmitteln, die keine eigene Umhüllung besitzen gelten bestimmte Anforderungen. Sie sind dabei in einer geeigneten Dose oder einem Gehäuse nach der Normenreihe DIN EN 60670 oder DIN EN 62208 einzubauen.

Eine Fehlerstromschutzeinrichtung muss alle aktiven Leiter des geschützten Stromkreises abschalten. Die Aufteilung der Stromkreise hat so zu erfolgen, dass kein unerwünschtes Abschalten der Fehlerstromschutzeinrichtung verursacht wird.

Abhängig vom Auftreten der Gleichstromanteilen und anderen Frequenzen gegenüber der Bemessungsfrequenz von 50 Hz gibt es verschiedene Typen von Fehlerstromschutzeinrichtungen:

  • Typ AC zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen. (in Deutschland nicht zugelassen)
  • Typ A zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen und pulsierenden Gleichfehlerströmen.
  • Typ F gleiche Bedingungen wie Typ A, zusätzlich Mischfrequenzen und glatte Gleichfehlerströme ≥ 6 mA.
  • Typ B gleiche Bedingungen wie Typ F, zusätzlich sinusförmige Wechselströme bis 1000 Hz, sowie sämtliche glatte und pulsierende Gleichfehlerströme.

Im TN- und TT-System hat die Fehlerstromschutzeinrichtung am Anfang des zu schützenden Bereiches der Anlage zu erfolgen. Die Aufteilung das PEN-Leiters in Neutralleiter und Schutzleiter erfolgt auf der Versorgungsseite. Auf der Lastseite ist eine Verbindung des Schutzleiters mit dem Neutralleiter nicht zugelassen.

In TN-C-Systemen darf keine Verwendung einer Fehlerstromschutzeinrichtung erfolgen.

Um ein Brand zu verhindern, ist eine Fehlerstromschutzeinrichtung mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 300 mA zu verwenden. Es gibt aber auch Betriebsmittel, die einen höheren Betriebsstrom führen als es die Fehlerstromschutzeinrichtung zulässt. Dafür findet ein Leistungsschalter Verwendung.

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