VdS-Richtlinien für die Prüfung elektrischer Anlagen

Hinweise für den anerkannten Elektrosachverständigen

6. Juli 2018

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Diese VdS Richtlinie (VdS 2871: 2018-06) beschreibt das Prüfen von elektrischen Anlagen nach der Klausel SK 3602. Ziel ist es dabei, die Anforderungen zu erfüllen um die jeweilige elektrische Anlage zu versichern.

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Quelle: Fotolia/fotomek

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Im Allgemeinen ist nur der versicherte Umfang der Anlage nach Vorgaben des Versicherers zu prüfen. Diese Prüfungen bestehen aus Besichtigungen, Funktionsprüfungen, Messungen, sowie Ordnungsprüfungen.

Der ordnungsgemäße Zustand der elektrischen Anlage wird zunächst durch ausführliche Besichtigungen ermittelt. Unter anderem sind dabei die Trafostation, inklusive Mittelspannungs-Schaltanlagen, sowie Unterverteilungen, Steuerschränke zu berücksichtigen.

Zudem ist bei Beleuchtungsanlagen die richtige Montage, Zustand und Kennzeichnung der Betriebsmittel zu beachten. Bei einer vorhandenen Blitzschutzanlage ist zu kontrollieren, ob eine richtige Auswahl der Blitzstromableiter getroffen wurde und eine ausreichende Dimensionierung der Vorsicherung vorherrscht.

Bei der Prüfung nach Klausel SK 3602 können verschiedene behördlich vorgeschriebene Prüfungen relevant sein. Als Beispiel dient hier die Anwendung der DGUV Vorschrift 3. Berücksichtigung finden sollten dabei die Messungen des Isolationswiderstandes, Schleifenwiderstandes, Durchgängigkeit des Schutzleiters sowie die RCD Prüfung.

In Anlagen mit hohem Anteil an elektronischen Verbrauchern ist eine Messung des Neutralleiterstroms unbedingt zu empfehlen. Dabei sollten Stromkreise ausgewählt werden, bei den hohe Oberschwingungen herrschen.

Darüber hinaus gibt es noch die Funktionsprüfung. Dabei entscheidet der Sachverständige zusammen mit dem Betreiber welche Einrichtungen zwingend geprüft werden müssen.

Fehlerstromschutzeinrichtungen sind durch Drücken der Prüftaste auf Funktion zu testen.

Zu guter letzt ist noch die Ordnungsprüfung in der Richtlinie erwähnt. Die Prüfung der elektrischen Anlage ist dabei entsprechend zu dokumentieren und mit Prüfbüchern nachzuweisen.

Die Dokumentation erfolgt ausschließlich mit dem Befundschein, der in der VdS 2229 aufgeführt ist.

 

 

Kommentare aus der Community (2)

  1. Ein Sachverständiger der Versicherung überprüfte die E-Anlage eines Hotels das bei uns seit kurzem Kunde ist. Die Anlage wurde von uns vor kurzem nachgebessert bzw. die Mängel nach Möglichkeit behoben.
    Nun bemängelt der Sachverständige in den vorhanden E-Verteiler – Bestand seit 20 – 40 Jahre die nicht handrückenfreien Klemmstellen und Automaten – die Automaten außerdem noch wegen des Alters von über 30 Jahren wegen nicht möglicher Prüfbarkeit des Auslösestroms. Mir ist bis heute nichts von einem Verfalldatum der Automaten bekannt – ich bin mit heutigem Datum immerhin 51 Jahre in dem Beruf tätig und seit 1976 selbständig.
    Auch bei der Rückfrage beim Hersteller ABB zeigten sich diese überrascht von dieser Forderung.
    als Unternehmer bin ich eigentlich nicht gegen Aufträge und Umsatz, aber hier scheint mir der Prüfer wohl etwas übers Ziel hinausgeschoßen zu haben.
    Es ist in den vorhanden Verteilern nicht einfach möglich die heutigen Automaten mit mehr Platzbedarf einzubauen, das heißt wir müßten die Verteiler rausstemmen Leitungen verlängern und neue Verteiler einsetzten, was neben erheblichen Kosten auch eine technische Umsetztung nicht immer realisieren läßt.
    Es entsteht für mich der Eindruck daß so machen Prüfer sich als unfehlbar halten.
    Gerne höre ich dazu die Meinung der Kollegen.

  2. Es ist eben so, wie in allen anderen Berufen auch. Etwa die Hälfte der Leute kann man brauchen, die andere Hälfte leider nicht. Auch die Sachverständigen bilden hier keine Ausnahme.
    In der Tat gibt es kein Verfallsdatum für LS-Schalter, dennoch halte ich aber die Begründung zur Auswechslung wegen des „nicht prüfbaren Auslösestroms“ für sehr fragwürdig. Ist denn der Auslösestrom eines neuen LS-Schalters prüfbar?


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