Home Elektroinstallation Blitz- und Überspannungsschutz Erdung und Potentialausgleich von Edelstahlabgasanlagen (1)

Theorie und Praxis bei Metallschornsteinen und Kaminen

Erdung und Potentialausgleich von Edelstahlabgasanlagen (1)

Auf einen Blick Blitzschutz für Metallschornsteine Für Antennen­anlagen bestehen klare Reglungen bezüglich des Blitzschutzes – wie verhält es sich bei Metallschornsteinen

Zusatzheizungen erfordern separaten Kamin Im Zuge steigender Energiepreise gewinnen alternative Heizungsanlagen immer mehr an Beliebtheit

Blitzschutzarten und Heiztechnik Man unterscheidet Anlagen nach Art des vorhandenen Blitzschutzes und der Technik der Heizöfen – viele mit elektrischer Steuerungstechnik
Der Einsatz von Edelstahlkaminen findet immer mehr Anhänger bei Wohnhäusern und bei Gewerbebauten. Häufig wurden in den letzten Jahren zwecks Erhaltung der Bausubstanz Edelstahlrohre in bestehende Kamine eingezogen.

Ob es nun eine Frage der Gebäudegestaltung oder des Zwecks ist – Außenkamine aus Edelstahl an Wohnhäusern sind keine Seltenheit mehr. In diesem Bericht geht es weniger um die ungefährliche Ableitung von Abgasen, als vielmehr um die Vermeidung damit verbundener elektrischer Gefahren durch Blitzeinschlag oder Spannungsverschleppungen durch fehlenden Potentialausgleich. Auch Metallkamine können dem Haus bei Gewitter zum Verhängnis werden.

Verschiedene Anlagenarten

Unterschieden werden müssen Anlagen, die außen angebracht sind oder aber durch die Dachfläche nach innen führen. Beachtet werden muss, ob innen ein Heizgerät angeschlossen ist, das irgendwie mit einem Stromanschluss in Verbindung steht, oder ob das Gebäude mit einem äußeren Blitzschutz versehen ist oder nicht. Daraus können sich – neben anderen – auch folgende in der Praxis üblichen Fälle einer Abgasanlage ergeben, die …
  • außen an der Wand eines Gebäudes mit äußerem Blitzschutz hinunter durch die Wand zu einem Kaminofen mit Verbindung z. B. zu einer elektrischen Pelletförderung, zu Sensoren für Temperatur, Wasserdruck o. Ä. führt (Bild 1)
Bild 1: Außenkamin mit Anschluss an den Blitzschutz und Steuerungselektrik am Ofen
Bild 1: Außenkamin mit Anschluss an den Blitzschutz und Steuerungselektrik am Ofen
  • außen an der Wand eines Gebäudes, mit äußerem Blitzschutz hinunter durch die Wand zu einem Kaminofen führt, der keine Verbindung zu irgendwelcher Elektrik hat (Bild 2)
  • Bild 2: Außenkamin mit Anschluss an den Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 2: Außenkamin mit Anschluss an den Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
  • außen an der Wand eines Gebäudes ohne äußeren Blitzschutz, aber mit Verbindung zur Elektrik des Kaminofens oder sonstigen Heizungsanlage o. Ä. führt (Bild 3)
  • Bild 3: Außenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 3: Außenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
  • außen an der Wand eines Gebäudes ohne äußeren Blitzschutz hinunter durch die Wand zu zu einem »normalen« Kaminofen führt, der keine Verbindung zur Elektrik hat (Bild 4)
  • Bild 4: Außenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 4: Außenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
  • innerhalb eines Gebäudes mit äußerem Blitzschutz, durch die Dachfläche hindurch – innerhalb oder außerhalb eines speziellen Schachtes – in einen Raum in eines der Geschosse zu einem Ofen lt. Punkt 1, mit Verbindung zur Elektrik, führt (Bild 5)
  • Bild 5: Innenkamin bei vorhandenem Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 5: Innenkamin bei vorhandenem Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
  • innerhalb eines Gebäudes mit äußerem Blitzschutz durch die Dachfläche hindurch in einen Raum in eines der Geschosse zu einem Ofen, der keine Verbindung zur Elektrik hat, führt (Bild 6)
  • Bild 6: Innenkamin bei vorhandenem Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 6: Innenkamin bei vorhandenem Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
  • innerhalb eines Gebäudes ohne äußeren Blitzschutz durch die Dachfläche hindurch in einen Raum in eines der Geschosse zu einem Ofen mit Verbindung zur Elektrik führt (Bild 7)
  • Bild 7: Innenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 7: Innenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und mit Steuerungselektrik am Ofen
  • innerhalb eines Gebäudes ohne äußeren Blitzschutz durch die Dachfläche hindurch in einen Raum in eines der Geschosse zu einem Ofen führt, der keine Verbindung zur Elektrik hat (Bild 8)
  • Bild 8: Innenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
    Bild 8: Innenkamin ohne vorhandenen Blitzschutz und ohne Steuerungselektrik am Ofen
     

    So reizvoll es sein kann, einen Kamin oder einen Kaminofen anzuschaffen, um zum einen ein dekoratives Schmuckstück im Wohnzimmer zu haben und – hinsichtlich der Nutzung nachwachsender Brennstoffe und wohl nie mehr sinkender Preise für Öl, Gas und Strom – ans Geld zu denken, so gefährlich kann es sein, wenn dieses Vorhaben nicht zu Ende gedacht wird.

    Obwohl die hier relevanten Verbände wie der Zentralverband Haustechnik (ZVH), der Verband der Schornsteinelemente-Hersteller (VSE) und auch der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) klare Ansagen an ihre Zielgruppen gemacht haben, kommen diese leider – wie auch in anderen Bereichen – nur sehr zögerlich bei den installierenden Betrieben und deren Auftraggebern an.

    Häufig wird der Blitzschutz vergessen

    Auf einen Blick

    Fachbeiträge

    Gut geerdet, Blitzschutz bei Antennenanlagen »de« 21.2011 ¬ S. 52

    Links

    www.kleiske.de
    Geht es darum den Wunsch nach einem Kaminofen in die Tat umzusetzen, findet sich sehr schnell ein Unternehmen, das mit solchen Schmuckstücken Handel treibt. Schnell wird man sich über einen Komplettpreis für den Ofen und die Aufstellung einig.

    Geht es um die Frage des Anschlusses an einen vorhandenen und auch geeigneten Schornstein, werden die ersten Probleme und damit die nicht so genau bezifferbaren zusätzlichen Kosten erkennbar.

    Da der Ofen meistens nicht da stehen soll, wo es einen Schornstein gibt, wird dann i. d. R. ein nachzurüstender Edelstahlschornstein die erste Wahl sein. An vielen Gebäuden sieht man solche nachgerüsteten Abgasrohre an den Außenwänden, die bis hinunter zum Erdboden gehen oder auch z. B. in einem Obergeschoss enden können.

    Genau so oft sieht man diese Edelstahlrohre aber auch mitten aus der Dachfläche herauskommen – da wo auch in der Nähe z. B. der Mast für die Antenne durch die Dachhaut stößt.

    Für beide Fälle, einmal für den ungehinderten Rauchabzug und zum andern für den ungehinderten TV-Empfang, sind exponierte Standorte günstig – aber auch gefährlich.

    Die verschiedensten Anbringungsarten sind bei der Montage möglich oder aus bestimmten Gründen auch notwendig.

    Normen bei Antennen – ja, bei Stahlkaminen – welche?

    Die Antenne darf nur eine Elektrofachkraft installieren, von der man annimmt, dass sie die Gefahren des elektrischen Stroms kennt und auch mögliche Gefahren durch atmosphärische Entladungen einkalkuliert. Aus diesem Grund kann man nur hoffen, dass möglichst viele dieser Dachaufbauten den normativ geforderten Schutz gemäß VDE 0855-1/EN 60728-11 aufweisen und bei Vorhandensein eines äußeren Blitzschutzes zusätzlich auch die einschlägigen Bestimmungen der DIN EN eingehalten werden.

     Teil 2

     
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    Über den Autor
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    Heinz A. Kleiske

    Inhaber der Kleiske GmbH, Melbeck

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