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Praxisfrage

Ausbildung zur EFKffT im Küchenbereich

Sehr geehrte Damen und Herren, 

in letzter Zeit ist bei den Praxisproblemen vermehrt von fragwürdigen Anschlussarbeiten im Bereich der Kücheninstallationen zu lesen. Besonders beim Thema Herdanschluss etc. stellen sich vermehrt Fragen der Durchführbarkeit. Insbesondere wird beim Thema Nachweis der Schutzmaßnahme für den Personenschutz im Zusammenhang mit der geforderten Prüfung nach Inbetriebnahme zwar immer auf das Prüfprotokoll verwiesen. Ein solches jedoch nur in den aller seltensten Fällen angefertigt, da die dafür notwendigen Prüfungen gar nicht oder ohne Fachwissen zur Interpretierung durchgeführt werden. Ich verweise hier auf das beantwortete Praxisproblem PP18181 (https://www.elektro.net/praxisprobleme/pruefung-der-schutzmassnahmen-nach-anschluss-eines-elektroherdes/), bei dem die Notwendigkeit nochmals klargestellt wird. Um derartige Tätigkeiten gewerksfremd überhaupt ausführen zu dürfen beschreibt der DGUV Grundsatz 303-001 die Ausbildungkriterien. Hier ist letztendlich auch der Ausbildungsumfang und Inhalt, beispielsweise ist dort im Anhang 1 unter Punkt 4 das Wissen zu den Schutzmaßnahmen, fixiert. Fixiert ist ebenfalls, dass eine Grundausbildung zum Erlernen dieser Fähigkeiten von mindestens 80 Stunden in Theorie und Praxis im handwerkwerklichen Bereich zu veranschlagen ist. 

Nun bin ich bei einem durchaus renommierten Weiterbildungsinstitut auf ein Seminar ganz explizit für derartige Aufgaben gestoßen. Es nennt sich „Möbelfachkraft für festgelegte Tätigkeiten“. Nach der Durchsicht des Inhaltes und der Dauer dieses Seminars muss ich leider sagen, dass dies weit von dem was in der DGUV Grundsatz 303-001 festgehalten ist abweicht. Dennoch würde den Teilnehmenden nach bestandener Prüfung die Qualifikation ausgehändigt. Ich verstehe, dass man in einem homogenen Teilnehmerkreis einzelne Themen, die das spätere Tätigkeitsfeld nicht tangieren, auch nicht behandeln muss und so die Zeit von 80 Stunden einkürzen kann. Allerdings fehlt mir das Verständnis wie man den Umfang auf gerade mal 20 Unterrichtseinheiten einkürzen kann, wenn die Vorgaben doch klar sind. Verstehe ich den DGUV Grundsatz 303-001 hier falsch und es zählt nur die erfolgreich abgeschlossene Prüfung in Theorie und Praxis, sprich die einmalig nachgewiesene Qualifikation, egal wie lange die Ausbildungsdauer zuvor war? Des Weiteren wird im fraglichen Seminar laut Inhaltsangabe nicht auf die Überprüfung der Schutzmaßnahme nach „fest“-anschluss an die Niederspannungsanlage eingegangen. So dann aber doch auf „Sicherheitstechnische Überprüfung von Elektroherden nach DIN VDE 0701, 0702 und DGUV Vorschrift 3 (ehem. BGV A3)“. Aus meiner Sicht ist dieses Thema hier aber fehl am Platz, da es sich beim Anschluss eines Elektroherdes um eine Erweiterung/Änderung der elektrischen Anlage handelt und nicht um Geräteprüfungen (mit Ausnahme beim Anschluss gebrauchter Geräte). Auch hier greift wieder das PP18181 und die dort enthaltenen Erläuterungen. Wie würden Sie diese Sachlage beschreiben. Aus meiner Sicht liegt in derartig fragwürdigen Ausbildungen das Kernproblem. Es ist nicht die einzelne Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten zu verurteilen wenn arbeiten nicht immer fachgerecht durchgeführt und überprüft werden, sondern teilweise scheitert es auch an der Qualität der Aus- und Weiterbildung. Wie kann sichergestellt werden, dass die Qualität von festgelegten elektrotechnischen Tätigkeiten hoch gehalten wird, ohne dass man auf die Institution der „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ verzichten muss? Grundsätzlich halte ich gewerksübergreifende Aufgabenerledigung für sehr sinnvoll. Aber dies ist nur akzeptabel, wenn die Qualität hoch gehalten wird. Vielen Dank.

PP21068

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