Praxisfrage

Elektroherdanschluss an nur einem Außenleiter

Frage gestellt am 9. September 2019

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Es geht um einen Neubau. Darf hier ein Elektroherd mit vier Herdplatten und Backofen von insgesamt 10,8 kW an einen Außenleiter (230 V) angeschlossen werden? Die Herd­zuleitung vom Sicherungskasten zur Herd­anschlussdose ist als NYM-J 3 x 2,5 ausgeführt und mit maximal 20 A abgesichert. Technisch ist ja alles möglich, nur darf das so auch angeschlossen werden?

Es wurde mir gesagt, dass nach TAB 2007 – unabhängig vom Querschnitt der Herd­zuleitung vom Sicherungskasten zur Herd­anschlussdose (HAD), in der es nur einem ­Außenleiter gibt – nicht höher als 20 A abgesichert werden darf. Geräte einer Leistung > 4,6 kW müssten normalerweise sonst an Drehstrom angeschlossen werden. Die Ab­sicherung von 20 A an einem Außenleiter entspricht einem maximalen Leiterstrom von 20 A. Diese Begrenzung verlangt der Netz­betreiber, da sonst Probleme mit der Netzsymmetrie auftreten könnten. Man muss halt wissen, dass bei der Gesamtleistung des Elektroherdes von 10,8 kW an nur einem ­Außenleiter die Sicherung rausfliegt, wenn z. B. alle vier Kochplatten gleichzeitig ein­geschaltet werden. Normativ kann ich dazu leider nichts finden, was mir sagt, ob ein Elektroherd auch einphasig angeschlossen werden darf, aber dann nur mit maximal 20 A abzusichern ist, damit über einen Außen­leiter keine Leistung > 4,6 kW zustande kommt. In DIN 18015-1 stand in Ausgabe 2007 wenigstens noch drin, dass bei ein­phasigem Anschluss mit maximal 25 A ab­gesichert werden darf. Die neue DIN 18015-1 fordert nur, dass die ­maximale Strombelastbarkeit mindestens der von 20 A Drehstrom entsprechen muss – jedoch nicht, wie hoch die Sicherung zu sein hat.

Können Sie mit hier weiterhelfen?

H. N.,, Nordrhein-Westfalen

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Kommentare aus der Community (3)

  1. Nennstromregel (VDE 0100 -430) wird bei den üblichen Querschnitt von 2,5 mm² nicht eingehalten
    Ib ≤ In ≤ Iz
    Ib Betriebstrom
    In Nennstrom der Sicherung
    Iz Strombelastbarkeit der Leitung.
    Ib ist bei ca 11KW ca 48A.

  2. Hallo, das Thema Altanlagen wurde in der Antwort leider nicht eindeutig angesprochen. Hier sind viel häufiger diese Probleme anzutreffen. Was sind „Vergleichbare Anforderungen“ mit Datum ab wann Geräte > 4,6 kW als Drehstrom auszuführen sind?
    TAB sagt mir was. Nur wo findet man noch die alten von vor 40 Jahren. Zu Energierecht finde ich nichts.
    Ist ein 11 KW Herd eine Leistungserhöhung bzw. wesentliche Änderung der Anlage? Also neue Normen?

  3. Wenn in Altbauten der 1-phasige Anschluss vorgenommen wird, darf die Absicherung bei 2,5 mm² maximal 20 A sein, selbst dann, wenn 6 oder 10 mm² vom Sicherungskasten bis zur Herdanschlussdose verlegt worden sind . Der Grund wurde oben bereits genannt, da nicht mehr als 4,6 kW über eine Phase abgenommen werden darf ( = 20 A bei 230 V). Daher fordert der VNB einen 3-phasigen Anschluss, damit die hohe Leistung auf drei Außenleiter (symmetrisch) aufgeteilt werden kann.


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