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Wirtschaftslage und Finanzierung 2018/19

Stimmungslage im Deutschen Handwerk bleibt positiv

Aktuelle Geschäftslage im deutschen Handwerk im 10-Jahres-Vergleich
Aktuelle Geschäftslage im deutschen Handwerk im 10-Jahres-Vergleich
Ähnlich wie im Vorjahr schätzten gut drei Viertel der Befragten (77,5 %) ihre Geschäftslage als sehr gut bzw. gut ein. Im Ausbauhandwerk, zudem ja auch die Elektrobranche gehört, liegt der Wert  bei 81 %. 2018 waren es sogar 84,2%.

Positiv entwickelten sich erneut die Umsätze der Handwerksbetriebe. Demnach verbuchten 40,7 % der Befragten ein Umsatzplus. Allerdings nahm der Anteil der Betriebe zu, die Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatten. Der Saldo aus positiven und negativen Umsatzmeldungen ist mit plus 31,2 Punkten im Vergleich zum Vorjahr (plus 33,5 Punkte) zwar leicht gesunken, aber immer noch der zweitbeste Wert der letzten zehn Jahre. Auch im Ausbauhandwerk ist sowohl die Anzahl der Betriebe mit Umsatzplus (von 41,2 auf 43,2 %) als auch derjenigen mit Umsatzminus (von 4,2 auf 9,5 %) gestiegen.

Weiterhin hoher Arbeitskräftebedarf

Der Fachkräftemangel bremst zunehmend die Entwicklung der Handwerksbetriebe. Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Betriebe einen höheren Personalbedarf haben, als der Arbeitsmarkt derzeit anbietet. So haben 28,9 % der Betriebe in den letzten 12 Monaten den Personalbestand erhöht (Vorjahr: 30,7 %).Auch in den kommenden Monaten suchen die Handwerksbetriebe personelle Verstärkung. Immerhin 27,4 % der Befragten planen, das Personal aufzustocken. Weitere 68,1 % der Betriebe wollen die Mitarbeiterzahl zumindest konstant halten, was aufgrund der Alterung der Belegschaften oftmals ebenfalls Neueinstellungen erfordert. Im Ausbauhandwerk liegen die Zahlen ungefähr bei den gleichen Werten.

Optimistische Umsatzerwartungen und hohe Investitionsquote

Umsatzerwartungen im handwerk im Vergleich zum Vorjahr
Umsatzerwartungen im handwerk im Vergleich zum Vorjahr
Die Geschäftserwartungen der Handwerksbetriebe sind weiter zuversichtlich. Verschlechterte Konjunkturmeldungen und höhere Risiken, insbesondere im Außenhandel, haben bislang das Handwerk nicht nennenswert beeinträchtigt. 42,7 % der Befragten (Ausbauhandwerk: 46,5%) erwarten sogar steigende Umsätze in den kommenden sechs Monaten. Lediglich 6,2 % der Befragten (Ausbauhandwerk: 5,8 %) rechnen mit Umsatzeinbußen.

Unverändert hoch ist der Anteil der Betriebe, die Investitionen planen. 59,2 % der Befragten wollen in den kommenden Monaten investieren – ein ähnlich hoher Wert wie im Vorjahr (Ausbauhandwerk 51,1 %). Mehr Investitionsbedarf gibt es im Handwerk besonders bei Ersatzinvestitionen. Die Investitionen stemmt jeder dritte Betrieb (34,1 %) ausschließlich mit Eigenkapital. 15,3 % setzen hingegen ausschließlich auf Fremdkapital.

Forderungsausfälle und Insolvenzen

Das Handwerk beklagt einen Anstieg der Forderungsausfälle. 11,8 % der Befragten mussten Forderungsverluste von mehr als 1,0 % ihres Umsatzes hinnehmen. Meist waren die Verluste aber gering. Doch nur jeder siebte Handwerker (14,1 %) blieb von Ausfällen gänzlich verschont.

Die Zahl der Insolvenzen im Handwerk ist weiter zurückgegangen. Im Jahr 2018 wurden 4.120 Insolvenzfälle von Handwerksbetrieben registriert – ein leichtes Minus von 2,4 % im Vergleich zum Jahr zuvor (2017: 4.220 Insolvenzen). Allerdings gab es im Ausbauhandwerk ein deutliches Plus von 7,2% an Insolvenzen.

Rückkehr zur Meisterpflicht befürwortet

Die Pläne des Bundesrats zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in allen Handwerksbranchen wird von den meisten Betrieben begrüßt. 80,6 % der Befragten sehen in diesem Falle positive Effekte für die Qualität der Handwerksleistungen. Immerhin 72,3 % der befragten Betriebe meinen, dass dieser Schritt positiv für die Nachwuchsgewinnung sein wird. Insgesamt würde die wirtschaftliche Situation der Handwerksbetriebe in Deutschland von einer Rückkehr zur Meisterpflicht profitieren, so die Meinung von 71,9 %der Befragten. Auch in den derzeit zulassungsfreien Handwerken ist die Mehrzahl der Befragten für eine Rückkehr zur Meisterpflicht.

Bewerbermangel bremst Ausbildungsbereitschaft

Gründe gegen die Beschäftigung von Migranten im Handwerk
Gründe gegen die Beschäftigung von Migranten im Handwerk
Die Befragungsergebnisse zeigen zudem, dass in den zulassungspflichtigen Handwerken (Meisterpflicht) tatsächlich mehr ausgebildet wird. Der Anteil der zurzeit ausbildenden Betriebe liegt etwa doppelt so hoch. Hauptgründe für die Nichtausbildung im Handwerk sind fehlende Bewerber (39,5 %), gefolgt von schlechten Erfahrungen mit Lehrlingen in der Vergangenheit (20,6 %).

Wenn das Handwerk derzeit keine Migranten einstellt, so liegt das aus Sicht der Betriebe vorrangig an mangelnden Bewerbern (46,8 %), gefolgt von sprachlichen bzw. kulturellen Barrieren (29,3 %). Nur 13,1 %der Befragte haben schlechte Erfahrungen mit Migranten gemacht. Immerhin 11,9% geben bürokratische Hindernisse und 10,8 Unsicherheit im Hinblick auf das Bleiberecht als Gründe an.

Die kompletten Daten der aktuellen Umfrage können unter www.creditreform.de/aktuelles/wirtschaftsforschung/wirtschaftslage-im-handwerk.html heruntergeladen werden.
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