HCL im Universitätsklinikum Erlangen

Biologisch wirksames Licht für Intensivbetten

Zirkadianes Licht an einem der zwölf Patientenbetten der Neurointensivstation des Universitätsklinikums Erlangen (Bildquelle: HT Group)
Zirkadianes Licht an einem der zwölf Patientenbetten der Neurointensivstation des Universitätsklinikums Erlangen (Bildquelle: HT Group)
Die Neurointensivstation des Universitätsklinikums Erlangen verfügt über 26 Betten mit zwei Fachgebieten und versorgt Patienten, die zum Beispiel einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung erlitten haben. 120 Pflegekräfte sowie 16 Ärzte und etwa zehn Physio-/Ergotherapeuten kümmern sich rund um die Uhr um die Schwerstkranken, die durchschnittlich zwischen zwei und 21 Tage auf der Station bleiben. Im Jahr 2018 behandelte das Team insgesamt 1812 Patienten.

Seit März 2019 verfügen zwölf Bettenplätze auf der neurologischen Intensivstation über eine Lichtlösung, die den natürlichen Verlauf des Tageslichts nachbildet, auch Human Centric Lighting (HCL) genannt. »In erster Linie hoffen wir, durch die biologische Lichtwirkung einem Delir vorzubeugen und den Patienten in der Phase des Wachwerdens Orientierung zu geben. Dies werden wir im Rahmen einer umfangreichen Studie noch detailliert erforschen«, erklärt Markus Prinz, Stationsleiter der Neurointensivstation der Universitätsklinik Erlangen.

Unter einem Delir versteht man einen akuten Verwirrtheitszustand mit Störungen des Bewusstseins, der Wahrnehmung und einer eingeschränkten Orientierung, das rund 50 bis 80 % aller Intensivpatienten erleiden. Die zirkadiane Lichtlösung soll diesem entgegenwirken und bei Patienten den natürlichen Tag-/Nachtrhythmus unterstützen, Orientierung geben sowie das allgemeine Wohlbefinden fördern, um so die Genesungszeiten zu verkürzen und die langfristigen Prognosen zu verbessern. »Insbesondere die Ausschüttung der Hormone Melatonin, Serotonin und Cortisol stehen in Abhängigkeit zum zirkadianen Lichtrhythmus. In unserer Studie wollen wir unter anderem herausfinden, wie viel Lux benötigt werden, um die Hormonausschüttung auf einer Intensivstation zu regulieren«, so Prinz.

HT Cover im praktischen Einsatz auf der Intensivstation

Lichtsteuerung über HT Control Smart, ein DALI Touchpanel mit sieben Zoll großem Display (Bildquelle: HT Group)
Lichtsteuerung über HT Control Smart, ein DALI Touchpanel mit sieben Zoll großem Display (Bildquelle: HT Group)
Um eine optimale Lichtwirkung zu erzielen, befinden sich die Lichtlösungen HT Cover jeweils über und stirnseitig hinter den zwölf Bettenplätzen. Die Deckenelemente zur Beleuchtung der Patientenbetten sind im Durchschnitt 200 Zentimeter lang und 120 Zentimeter breit. Die Wandelemente mit Rundung an der Stirnseite sind ca. 140 Zentimeter lang und 120 Zentimeter breit. Die Maße lassen sich auf Kundenwunsch auch projektspezifisch anpassen. Durch die geringe Bautiefe von nur vier Zentimetern ist das HT Cover bestens für den Um- und Neubau geeignet.

Die Lichtsteuerung erfolgt über HT Control Smart, ein Dali Touchpanel mit einem sieben Zoll großen Display. Während der zirkadiane Lichtrhythmus fest hinterlegt ist und automatisch startet, lassen sich Farbtemperatur, Helligkeit und farbiges Licht auch manuell einstellen. Zudem wurde eine Notfall-Lichtfunktion installiert, die auf Knopfdruck maximale Lichtleistung liefert.
Zirkadiane Beleuchtung im direkten Vergleich - links das Licht am Abend und rechts am Morgen (Bildquelle: guttenberger+lichttechnik)
Zirkadiane Beleuchtung im direkten Vergleich - links das Licht am Abend und rechts am Morgen (Bildquelle: guttenberger+lichttechnik)
Bei hundertprozentiger Beleuchtung mit kaltweißem Licht (6500 K) werden auf den Patientenbetten bis zu 2700 Lx erreicht. Bei Beleuchtung mit warmweißem Licht (2600 K) beträgt die maximale Lichtstärke 2500 Lx. Durch den Einsatz von HT Cover kann auf Allgemeinbeleuchtung sowie spezielles Behandlungslicht komplett verzichtet werden.

Zusätzlich verfügt das HT Cover über eine Koronabeleuchtung genannte RGB-Beleuchtung, die das farbige Licht seitlich einstrahlt. So können verschiedene Stimmungsbeleuchtungen oder eine Nachtlichtfunktion realisiert werden. »In passenden Situationen stellen wir das Licht zum Beispiel auf grüne Koronabeleuchtung um. Die Farbe Grün hat eine positive Wirkung auf den Menschen und steht für Wachstum, Heilung, Gleichgewicht, Harmonie, Barmherzigkeit, Hoffnung und Gesundheit und wird bei Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit und Trauer eingesetzt«, wie Prinz erläutert.

Positive Lichtwirkung auch für Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige

Zwei Intensivbetten im Doppelzimmer mit blauem Stimmungslicht (Bildquelle: guttenberger+lichttechnik)
Zwei Intensivbetten im Doppelzimmer mit blauem Stimmungslicht (Bildquelle: guttenberger+lichttechnik)
Das Licht der zirkadianen Beleuchtung an den Bettenplätzen wirkt sich zudem positiv auf Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige aus. So können Ärzte und das Pflegepersonal ihre Patienten in einer blend- und schattenfreien Lichtumgebung bestens versorgen und auch für Angehörige bietet die Lichtlösung in den Patientenzimmern eine beruhigende und würdevolle Umgebung.

www.guttenberger-lichttechnik.com

 
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