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Der Mix macht’s

Verkabelte Zutrittskontrolle und mechatronische Schließtechnik

Verkabelte Zutrittskontrolle und mechatronische Schließtechnik
(Bild: CES)

Bei den meisten Gebäudestrukturen gibt es nur wenige sicherheitsrelevante Bereiche, deren Zugänge besondere Funktionen, wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, ein Vier-Augen-Prinzip oder die Funktion »sofortiges Sperren« erfordern. Um solche komplexen Aufgaben zu erfüllen, müssen diese Zugänge über eine Stromversorgung verfügen und über sogenannte Controller in das Zutrittskontrollsystem eingebunden sein, wie es z. B. auch bei »Access One« (siehe Kasten und Bild 1) der Fall ist.

Bild 1: Systemdarstellung des Zutrittskontrollsystems »Access One«, das konventionelle Zutritts­kontrolle mit intelligenten, mechatronischen Offline-Schließgeräten kombiniert
Bild 1: Systemdarstellung des Zutrittskontrollsystems »Access One«, das konventionelle Zutritts­kontrolle mit intelligenten, mechatronischen Offline-Schließgeräten kombiniert
(Bild: CES)

Die Controller bilden das Herz des Zutrittskontrollsystems: Sie übernehmen sowohl die Türsteuerung als auch die Türenüberwachung und sind so gestaltet, dass eine Vielzahl von Türsituationen damit abgebildet werden können. So sind von der einfachen Türöffnung bis hin zur komplexen Schleusensteuerung mit zahlreichen Parametern viele Funktionalitäten gegeben.

Dabei arbeiten die Controller vollständig stand-alone. Das bedeutet, dass auch bei Ausfall der Netzwerkverbindung zur übergeordneten Zutrittskontrollzentrale die Con­troller eigenständig und ohne Funktions­einschränkung weiter für die Sicherheit der Tür sorgen. Im besten Fall sind die Controller auch an eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) angebunden. So bleibt der Controller selbst im Falle eines Stromausfalls weiter in Funktion.

Das Zutrittskontrollsystem »Access One«

Das Zutrittskontrollsystem »Access One« von CES ist ein Mix aus konventioneller, intelligenter Zutrittskontrolltechnik und mechatronischer Schließtechnik gepaart mit Schnittstellen zu praktisch allen im Gebäude vorhandenen Gewerken. Mit der Skalierbarkeit des Systems von einigen wenigen Türen und Mitarbeitern bis hin zu 16.000 Online-Lesern, 100.000 Offline-Schließgeräten und bis zu 200.000 aktiven Zutrittsmedien ist die Zutrittskontrolle für praktisch jede Anwendung möglich und jederzeit ausbaufähig.

Budgetschonende mechatronische Schließgeräte

Einfache Türen wie Bürotüren, die lediglich einen organisatorischen Anspruch erfüllen müssen, werden mit mechatronischen Offline-Schließgeräten ausgestattet. Die mecha­tronischen Beschläge und Zylinder sind batteriebetrieben und ohne weitere Kabel an der Tür zu montieren. Eine Batteriewarnung wird dem Nutzer am Gerät bei der Bedienung und in der Software angezeigt. Ein Batteriewechsel sollte in Abhängigkeit der Nutzungsintensität in regelmäßigen Wartungsintervallen stattfinden.

Die Programmierung der mechatronischen Schließgeräte ist im Prinzip eine einmalige Sache. Nach einer initialen Basisprogrammierung müssen selbst bei Organisa­tionsänderungen oder Schlüsselverlusten die Schließgeräte an den Türen nicht mehr aufgesucht werden. Bei Hunderten von Schließgeräten innerhalb einer großen Zutrittskon­trollanlage ist das ein nicht zu vernachlässigender Kostenvorteil.

Updater aktualisieren Berechtigungen

Bild 2: An den Lesern werden die Berechtigungen auf den Schließmedien beim Zutritt aktualisiert
Bild 2: An den Lesern werden die Berechtigungen auf den Schließmedien beim Zutritt aktualisiert

(Bild: CES)

Der Informationsaustausch zwischen der verkabelten Zutrittskontrolle und den mechatronischen Offline-Schließgeräten erfolgt über die RFID-Ausweise (Radiofrequenz-Identifikation, Bild 2), und zwar über das aktuell sichere Verfahren der 128-Bit-AES-Verschlüsselung. Dazu werden an zentralen Eingängen Updater installiert, die über die Controller gesteuert werden. Die Updater aktualisieren bei jedem Lesevorgang die Zutrittsberechtigungen auf den RFID-Ausweisen.

Geht ein Ausweis verloren wird diese Information direkt an alle Controller weitergegeben. Damit wird quasi in Echtzeit eine Berechtigung des Ausweises zu sensiblen Bereichen entzogen. Sobald der gesperrte Ausweis vor einen Updater gehalten wird, wird auch ein Sperrvermerk auf den Ausweis geschrieben und ab diesem Zeitpunkt, bekommt der gesperrte Ausweis auch keinen Zutritt mehr zu den Offline-Schließgeräten. Die Sicherheit der Innenbereiche wird damit bereits an den Zugängen definiert: Berechtigten Personen wird zu jeder Zeit schnell Zutritt gewährt, nicht berechtigten Personen wird der Zutritt sicher verwehrt.

Anwendungen in der Industrie

In Industriebetrieben beginnt die Zutrittskontrolle an den Werkstoren und dort häufig an Vereinzelungsanlagen mit Drehkreuzen. Hier wird sowohl der Eingang als auch der Ausgang gesteuert und überwacht. Wer in das Unternehmen hineingegangen ist, darf erst dann wieder hinein, wenn er das Unternehmen vorher auch verlassen hat. Funktionen wie eine Anti-Passback-Steuerung machen das einfach möglich.

Dort, wo beim Verlassen des Gebäudes Einbruchmeldeanlagen scharf geschaltet werden müssen, bieten die Controller über frei parametrierbare I/O-Funktionen auch diese Möglichkeit. Gleichzeitig sollte dabei nach der Scharfschaltung die Tür auf den ordentlichen Verschluss hin überwacht werden. Wird der Verschluss ohne vorherige Authentifizierung geöffnet, dann wird automatisch ein Alarm an die Einbruchmeldeanlage weitergegeben.

Bei großen Industrieunternehmen oder Energieversorgern gilt es, sowohl weitläufige Areale als auch kritische Infrastrukturen so zu gestalten, dass sowohl sichere Zufahrten als auch Zutritte gegeben sind. An verschiedenen Stellen dürfen Werkszufahrten keine Möglichkeiten für Durchbrüche mit schweren Fahrzeugen bieten. Nachdem das Kennzeichen des Fahrzeugs bereits bei der Annäherung erkannt wurde, steuern die Controller die Ampelanlage, senken die Sicherheitspoller ab und geben die Zufahrt zum Werksgelände frei.

Der Zutritt zu kritischen Infrastrukturen wie Gas-Verteilanlagen oder Umspannwerken muss mit mindestens einer Zwei-Faktor-Authentifizierung ausgestattet sein. Neben dem berechtigten Zutrittsmedium sollte daher mindestens ein geistiges Merkmal wie ein PIN-Code angewendet werden. Verschiedene »Access One«-Leser und -Updater stellen z. B. neben dem RFID-Leser auch ein PIN-Pad zur Verfügung. Nur wer beide Merkmale anbieten kann, erhält auch Zutritt zum Gebäude.

Gerade in den oben genannten Beispiel-Anwendungen gelten auch besondere Sicherheitsvorschriften zum Schutz von Personen. So dürfen im Hochspannungsbereich nur dann Personen eintreten, wenn vorher spannungsfrei geschaltet wurde. Das Zutrittskontrollsystem überwacht hier nicht nur den Zutritt, sondern prüft auch, welche Personen noch in den kritischen Bereichen anwesend sind. Eine integrierte Anwesenheitsprüfung zeigt an, wenn alle Personen den Bereich verlassen haben und stellt damit die Informationen zum Wiedereinschalten zur Verfügung.

Mit dem Modul der Parkplatzverwaltung können Schranken oder Tore zu Parkgeländen intelligent gesteuert werden. Die Erkennung der berechtigten Fahrzeuge erfolgt entweder über Weitbereichsleser, die UHF-Transponder am Fahrzeug bereits aus großer Entfernung bei der Anfahrt erkennen, oder über die Erkennung des Kennzeichens durch ein Kamerasystem. Beide Anwendungen sind direkt an die Controller anschließbar und werden über die Verwaltungssoftware organisiert.

So lassen sich neben der Steuerung der Zufahrt gleich auch noch die Parkplätze im Parkhaus organisieren da die Parkplatzsteuerung der Software weiß, wie viele Parkplätze bereits belegt sind und die Ein-und Ausfahrt entsprechend steuert. Beim Verlassen des Parkdecks wird das Fahrzeug wieder ausgebucht und die Parkplatzverwaltung stellt den nun frei gewordenen Parkplatz automatisch wieder zur Verfügung.

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Über die Autorin
Autorenbild
Sylvia Lambach

Leiterin Unternehmenskommunikation, C.Ed. Schulte GmbH, Velbert

Über die Firma
CES, C.Ed. Schulte GmbH
Velbert
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