Die Zukunft in der Gebäudetechnik

Plug and play hat keine Zukunft

Alexander von Schweinitz
Vice President Building Commercial, 
Schneider-Electric GmbH
Alexander von Schweinitz Vice President Building Commercial, Schneider-Electric GmbH
Die Digitalisierung ist in aller Munde. Zwangsläufig rücken damit auch Themen wie Gebäudetechnik, Komponenten und deren Vernetzung in den Fokus des Endanwenders. Doch die Angebote sind vielfältig und das Know-how wird immer komplexer. Dies kann ein einzelner Anwender, der dazu noch elektrotechnischer Laie ist, kaum alleine bewältigen; er oder sie braucht dazu einen Spezialisten, z.B. aus dem Fachhandwerk.

Zu dieser Thematik befragten wir einen Kenner der Szene: Alexander von Schweinitz ist Vice President Building Commercial von Schneider Electric. Wir trafen ihn am Rande einer Presseveranstaltung bezüglich der Vernetzungslösung von Schneider Electric »Eco Struxure«.

»de«: Herr von Schweinitz, was bedeutet »EcoStruxure«?

A. v. Schweinitz: Einfach formuliert ist das unsere durchgängige Lösung einer komplett vernetzten Installation im Bereich »Power und Gebäude«. Der Anwender hat dadurch die Möglichkeit sowohl die Energiedaten und Energieeffizienz als auch die Betriebsführung professionell zu überwachen und durchzuführen. Das besonders spannende für mich daran ist, dass wir als Schneider Electric dies über verschiedene Ebenen entwickelt haben und nun anbieten können. Diese Ebenen sind »Vernetzte Produkte«, »Edge Control« sowie »Apps, Analytik und Services«.

»de«: Wie kann sich das Elektrohandwerk dies zu Nutze machen?

A. v. Schweinitz: Immer mehr Investoren fragen bei ihren Projekten – sei es auch ein kleiner Zweckbau – qualitativ hochwertige Lösungen an. Der Elektrohandwerker hat diesbezüglich den Nutzen, dass er im Grunde seinen kompletten Bedarf für die Realisierung dieser Projekte aus der Produktpalette von Schneider Electric abdecken kann. Das geht von den Gebäudetechniklösungen aus dem Bereich »Buildings« über Gebäudeautomation der übergeordneten Ebene bis hin KNX-Schnittstellen und Einzelraumlösungen. Man erwartet auf der Betreiberseite eine gewisse Kompetenz des Handwerkers, die aber in Deutschland – über die entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen – ja auch erreichbar ist. Natürlich bieten auch wir hierzu vielfältige Schulungen an oder haben Partnerschaftsprogramme, wie das »Eco-Expert-Programm«. Hier sind eine ganze Reihe von Betrieben unsere Partner und lassen ihre Mitarbeiter verpflichtend über mehrere Tage im Jahr schulen. Das Wissen ist dadurch immer auf dem neuesten Stand.
Die verschiedenen Ebenen des »Eco-Struxure-Modells« von Schneider Electric
Die verschiedenen Ebenen des »Eco-Struxure-Modells« von Schneider Electric
»de«: Was raten Sie aus der heutigen Sicht jungen Leuten bezüglich Weiterbildung?

A. v. Schweinitz:Ich bin mir sicher, dass das Thema »Vernetzung« eine immer größere Rolle spielen wird. Dieses Thema betrifft mittlerweile sowohl das industrielle Umfeld und den Zweckbau als auch das Privatgebäude mit dem Stichwort »Smart Home«. Dazu kommt, dass wir in Deutschland auf beiden Seiten auch einen hohen Bedarf an Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im Bestandsbau haben. Daher kann ich einem jungen Menschen im Elektrohandwerk nur raten, das individuelle Wissen in diesem Bereich auszubauen.

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass sich längerfristig kein »Plug-and-play-System« am Markt durchsetzen wird. Der Nutzer des Systems stellt dann am Ende des Tages fest, dass er das allein doch nicht bewältigen möchte und sich wieder auf den Fachhandwerker besinnt. Für mich heißt das, dass der Handwerker hier die Chance hat, ein neues Geschäftsfeld in Richtung Service und Beratung und eine verlässliche Kundenbeziehung aufzubauen.

»de«: Herr von Schweinitz, vielen Dank für das Gespräch.
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Marcel Diehl

Redaktion »de«

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