Praxisfrage

RCD für Drehmaschine im TT-System?

Frage gestellt am 15. März 2019

, ,

Ein metallverarbeitender Betrieb hat uns beauftragt, eine neu erworbene Drehmaschine anzuschließen. Da die Maschine mit Frequenz­umrichtern ausgerüstet ist und in einem TT-System betrieben werden soll, haben wir den Betreiber gebeten, beim Hersteller der Maschine nach dem erforderlichen RCD-Typ (A, B, B+, F) nachzufragen. Die Antwort des Herstellers lautete sinngemäß, dass die einwandfreie Funktion der Maschine auf Grund der eingesetzten Frequenzumrichter nicht gegeben ist, wenn eine RCD eingesetzt wird.

Weiter heißt es, dass die Maschine mit einer Sicherung von 100 A abzusichern ist und somit eine RCD wegen des Festanschlusses nicht erforderlich sei. Auf unsere Nachfrage und den Hinweis auf das TT-System am Einsatzort erhielten wir die Antwort, dass beim Einsatz einer RCD das ausführende Elektrounternehmen für die Auswahl der passenden RCD und die Funktion der Maschine zuständig sei.

Nach unserer Meinung ist es nicht richtig, die Maschine im TT-System ohne vorgeschaltete RCD anzuschließen. Oder hat der Maschinenhersteller mit seinen Aussagen recht? Wie wir inzwischen wissen, sind im Schaltschrank der Maschine Schutzkontaktsteckdosen montiert. Wird dann nicht auch eine 30-mA-RCD erforderlich?

Im Verteiler, an dem die Maschine angeschlossen werden muss, ist nicht ausreichend Platz vorhanden, um eine RCD einzubauen. Darf die RCD in der Nähe der Maschine in einem entsprechenden Kleinverteiler installiert und die im Verteiler vorhandenen NH-Trenner als vorgeschaltete Sicherungen genutzt werden?

M. H., Nordrhein-Westfalen

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Kommentare aus der Community (1)

  1. Der metallverarbeitende Betrieb hätte sich vor Einkauf einer solchen Drehmaschine mit der für diesen zuständigen EFK oder VEFK beraten müssen, um dem Maschinenhersteller, dann die vorhandenen Bedingungen vorgeben müssen, damit dieser die Bedingungen beim Bau der Maschine berücksichtigt.
    Insbesondere steht unabhängig vom benannte Thema RCD und TT – Netz generell die
    Frage, daß nicht von einem stabilen Netz ausgegangen werden kann, siehe entsprechende Stellungnahme des GDTÜV aus 2012.
    Alle Maschinen müßten daher die Tatsache berücksichtigen, daß in Deutschland ein besonderes gesichertes Netz durch die EVU`s seit 2011 nicht mehr angeboten wird,
    Posititionspapier des GDTUEV von 02.04.2012 so aufgebaut werden, daß ein plötzlicher
    Netzausfall kurzfristig überbrückt wird und nicht zu größeren Schäden führt, z.B. gesteuerter Abbruch der laufenden Arbeit ohne Verlust des Werkstücks und eines Werkzeugdefekts, oder Vermeidung von Personen und weiteren Sachschäden.
    Das müßte auch solange gelten bis eine eventuelle Ersatzstromversorgung in Betrieb ist.
    „Das besonders gesicherte Netz (z.B. lose gekoppelte Einspeisung über getrennte 110 kV-Stationen) als Alternative zu einer Sicherheitsstromversorgung wird mittlerweile aufgrund der verschlechterten Netzqualität durch die Abschaltung von Kernkraftwerken in der Regel nicht mehr von den Energieversorgern angeboten.“
    In der Regel wird dieser zu berücksichtigende Zustand bisher nicht bei der Konstruktion von Maschinen berücksichtigt.
    Wenn das so wäre gäbe es wahrscheinlich auch keine Bedenken gegen die Anwendung von RCD bei Maschinen.
    Ohne die Berücksichtigung dieses oben genannten elektro-mechanischen Problems gäbe es folgende Lösung.
    Entsprechend Entwurf von VDE 0160-102 / 2018 währe bei Drehzahlveränderlichen Antrieben vor der Maschine die Einfügung eines Trafos für die Komplette Maschine möglich.
    Das wird z.B. oft praktiziert, wenn z.B. die Spannungsebenen ausländischer Maschinen nicht mit den deutschen Verhältnisse übereinstimmen oder Ableitströme besser beherrscht werden sollen. Leider steht in dem Entwurf im Bild dort nur optional.
    Damit sollte vor dem Trafo die Anwendung des RCD im TT – Netz vielleicht auch bis zu mit 500 mA möglich sein. Nach dem Trafo kann dann in Richtung Maschinen ab Trafo
    das TN – S Netz aufgebaut werden.


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