Videoanalyse

Kameras unterstützen die Logistik

13. März 2019

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Digitale Visualisierungslösungen bieten große Potenziale, um Prozesse zu optimieren, Transparenz zu erzeugen, Kosten zu senken und um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Für die Logistikbranche ergeben sich daraus vielversprechende Zukunftsaussichten.

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Videoanalysen unterstützen Logistik-Prozesse; Quelle: Geutebrück

Videoanalysen unterstützen Logistik-Prozesse; Quelle: Geutebrück

Die moderne Logistikindustrie ist zu einer High-Tech-Branche herangewachsen, die Güter, Informationen und Services jederzeit und an jedem Ort zugänglich macht. Doch nach wie vor ist der wichtigste und sichtbarste Logistiksektor der Transport von Waren und Gütern – also von Objekten, die geladen, transportiert, entladen, gelagert und wieder verladen werden.

Damit sind zahlreiche technologische, organisatorische, rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte verbunden. Wahl und Optimierung von Transportmitteln und Routen, Handling von Objekten, Bewältigung der Anforderungen von Umwelt und Infrastruktur, Versicherungs- und Haftungsfragen – all diese Prozesse zu organisieren und möglichst kostengünstig abzuwickeln, stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen.

Videointelligenz verschlankt die Logistik

Da die alltäglichen Arbeitsroutinen der Transportunternehmen mit der Bewegung von Objekten zu tun haben, machen sich in diesem Industriezweig die Vorteile von Visualisierungslösungen besonders bemerkbar. Katharina Geutebrück, geschäftsführende Gesellschafterin der Geutebrück GmbH, erklärt das Grundprinzip derartiger Lösungen ihres Unternehmens so: »Im Mittelpunkt steht dabei die Fähigkeit unserer Software, aus Objekten und dem Datenaustausch mit der jeweiligen Unternehmenssoftware eine Lösung zu konstruieren, die z.B. Gegenstände sicher erkennen und/oder zählen kann.«

Sind Gegenstände einmal erkannt, dokumentieren intelligent verteilte Kameras lückenlos ihren Zustand, verfolgen ihren Weg und leiten im Informationsaustausch mit Datenbanken und Businesssoftware die unterschiedlichsten Kontroll-, und Steuerungsprozesse ein – entweder automatisch oder in Kooperation mit Menschen. Prozessoptimierung im Rahmen einer Industrie-4.0-Strategie, Qualitätssicherung, Einhaltung von Sicherheitsstandards, Vermeidung von Haftungsrisiken, Zeit- und Kosteneinsparung sowie die Reduzierung manueller Arbeitsschritte sind die wichtigsten Vorteile solcher Lösungen, für die sich in der Logistik unzählige Anwendungsmöglichkeiten auftun.

Erkennen, zählen, auswerten, reagieren

Für die praktische Anwendung der digitalen Visualisierung baut Geutebrück auf ein modulares Lösungskonzept. Es besteht aus einzelnen Funktionselementen, die für jeweils unterschiedliche Teilaufgaben optimiert sind, wie etwa Erkennen von Objekten, Zählen der identifizierten Gegenstände, Auswertung, Einleitung von Reaktionen und Übertragung der ermittelten Daten in die Businesssysteme. Durch Kombination dieser Module lassen sich die verschiedensten Lösungen erzeugen und auf die jeweils individuelle Situation des Nutzers zuschneiden.

Zu typischen Anwendungsszenarien dieser Art von Videointelligenz in der Logistik zählt etwa die videogestützte Organisation von Paletten. Kameras liefern Bildmaterial von Palettenstellplätzen; dieses wird zum Zählen der Paletten und Leerräume herangezogen; das Ergebnis wird direkt an das ERP-System übermittelt; freie Plätze können neu belegt werden.  Oder: Im Alltagsgeschäft der KEP-Dienste werden Pakete durch Kameras über ihren gesamten Weg auf dem Verteilerband lückenlos verfolgt. Kommt ein am Bandanfang identifiziertes Paket am Ende nicht an, kann durch Rückverfolgung der Kamerabilder schnell herausgefunden werden, wo und warum das vermisste Stück vom Band gefallen ist. Auf gleiche Weise lässt sich die Ursache von Beschädigungen auf dem Weg des Pakets ermitteln.

Klärung von Haftungsfragen und Warenschwund

Von großem Vorteil ist eine derartige Lösung auch in Situationen, die für die Klärung von Haftungsfragen relevant sind. Kameras im Austausch mit Datenbanken können nachweisen, dass ein Objekt beim Ver- und Entladen unversehrt war und eine aufgetretene Beschädigung daher erst nach dem Transport aufgetreten sein kann.

Doch auch wesentlich komplexere Aufgaben lassen sich durch intelligente Visualisierungslösungen realisieren, beispielsweise die automatisierte Organisation von Zu- und Abfahrten für Speditionen, die eine umfassende Übersicht und Kontrolle über alle Fahrzeugbewegungen auf dem Gelände erlaubt. Dabei erfassen Kameras bei der Zufahrt automatisch Kennzeichen, Trailer-Nummern und Fahrzeugzustand und gleichen sie in Echtzeit mit den Berechtigungsdaten im Businesssystem ab.

Unregelmäßigkeiten, wie zu lange Verweildauern auf Park- und Ladeplätzen, sind dadurch sofort erkennbar. Gleiches gilt für Beschädigungen an den Fahrzeugen oder Plombierungen. Mittels markierter Stellflächen erlaubt das Verfahren zudem ein intelligentes Ladeplatzmanagement, wobei intelligente Kameras erkennen, ob Stellplätze besetzt oder frei sind. Derartige Lösungen steigern die Effizienz, reduzieren Wartezeiten, entlasten Personal und schützen vor unautorisierten »Besuchern«.