Umfrage soll Bedarf ermitteln

Handwerk 4.0 – Turbo oder Fiasko für Ihren Betrieb?

16. Juli 2018

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Die Digitalisierung verändert das Arbeiten und Leben und ist eine Strategieaufgabe mit Herausforderungen für viele Unternehmensinhaber. Ist das Elektrohandwerk ausreichend darauf vorbereitet?

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Die zunehmende Geschwindigkeit unseres Lebensumfeldes und des mit der Digitalisierung verbundenen Wandels macht auch vor den betrieblichen Abläufen des Elektrohandwerks nicht halt.

Auch wenn Digitalisierung für viele Betriebe des E-Handwerks keine neue Erfindung darstellt, werden oftmals die sich daraus ergebenden Chancen und Möglichkeiten nicht erkannt oder Potenziale von vorhandenen Lösungen nicht voll ausgeschöpft. Die zentralen Themen der Agenda der Bonner Erklärung des Zentralverbandes des deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerks (ZVEH) aus dem Jahr 2017 geben für die Betriebe die Richtung als wesentlicher Akteur der Branche vor.

Oftmals sind jedoch die Betriebsinhaber, gerade von kleinen Unternehmen, so stark in der korrekten Anwendung und Umsetzung der Normen und Gesetze für ihre Kunden beschäftigt, dass schlichtweg die Zeit für eine Auseinandersetzung mit den Schlagworten »Handwerk 4.0« und »Digitalisierung« fehlt und somit auch keine individuelle Grundlagen­arbeit in einer Strategieentwicklung für den eigenen Betrieb stattfinden kann. Diese Themen werden derzeit in den Ausbildungsgängen zum Gesellen oder Meister nicht in der notwendigen fachlichen Tiefe berücksichtigt. So entstehen Wissenslücken, die zu Zeit- und Geldverschwendung führen können.

Umfrage zur Digitalisierung im Elektrohandwerk

Um den Prozess der Digitalisierung im Elektrohandwerk mit belastbarne Daten beratend zu begleiten, haben die Unternehmensberatung Heckner und die Fachzeitschrift »de« eine Umfrage initiiert. Wir laden alle Elektrohandwerksunternehmen herzlich ein sich daran zu beiteiligen.

Der Link zur Umfrage: tiny.cc/digit

Vorhandene Werkzeuge werden nur unzureichend genutzt

So verwundert es nicht, dass heute in Unternehmen, wo etablierte kaufmännische Softwarelösungen Einzug gefunden haben, sehr oft jedoch nicht alle erworbenen und lizensierten Module sinnvoll ein- und umgesetzt sind. An dem Kernthema einer »digitalisierten Wertschöpfungskette« lässt sich sehr gut veranschaulichen, welches Potenzial ungenutzt zur Verfügung stehen kann. Wer schon Geld für viele Module ausgibt, sollte auch alle Software-Module nutzen.

Das papierlose Büro

Es stehen bereits heute alle notwendigen ­Dokumente für die Auftrags- und Projekt­bearbeitung bis zur Abrechnung digital zur Verfügung. Die Voraussetzung für ein ­papierloses Büro ist somit bereits vorhanden.

Anstatt traditionell per Telefon oder Fax Bestellungen beim Großhändler auszulösen oder in neuerer Zeit über eine E-Mail oder einen Web­shop eines Großhändlers eine Warenlieferung anzustoßen, ist es bereits möglich, diese Vorgänge auftrags- und projekt­bezogen in der eigenen kaufmännischen Handwerkssoftware über elektronische Schnittstellen in das Warenwirtschaftssystem des Großhändlers zu übertragen.

Bild: Unter allen Teilnehmern der Umfrage zur Digitaliserung verlost »de – das elek­tro­handwerk« drei Buchpakte im Wert von ­jeweils 100 €

Bild: Unter allen Teilnehmern der Umfrage zur Digitaliserung verlost »de – das elek­tro­handwerk« drei Buchpakte im Wert von ­jeweils 100 €

Digitale Buchführung schont Ressourcen

Somit entfallen bei Lieferung oder Rechnungsempfang notwendige manuelle Zuordnungsarbeiten der Belege, da auch diese volldigital aus den Systemen der Großhändler in die eigene Softwarelösung importiert werden können. Somit ist auch gleichzeitig eine aktuelle und nutzenorientierte Begleitkalkulation der laufenden Aufträge und Projekte möglich. Die aus den übertragenen Rechnungen entnommen Informationen stehen gleichzeitig bereits digital zur Ausführung des Zahlungsverkehrs zur Verfügung, ohne die Lieferantenrechnung nochmals manuell erfassen zu müssen. Auch können die Rechnungen bereits für die Finanzbuchhaltung kontiert werden und die notwendigen Daten über Schnittstellen exportiert und übergeben werden, um somit den buchhalterischen Aufwand zur Belegerfassung durch den Steuerberater zu reduzieren. Betriebe mit 20 Mitarbeitern berichten darüber, dass sie mindestens zehn Arbeitsstunden pro Woche an Verwaltungspersonal einsparen, da nicht mehr gebucht und zugeordnet werden muss.

Mobiler Monteur eine Basis

Mit der digitalen Erfassung von Arbeitszeiten in mobilen Lösungen von Softwareanbietern oder einer digitalen Zeiterfassung über Smartphones, die in die kaufmännische Softwarelösung importiert werden kann, liegen auch alle notwendigen Daten zur schnellen Rechnungserstellung und den Rechnungsversand per E-Mail an den Kunden vor.

Zur Umsetzung der beschriebenen Lösung sind jedoch vor allem die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und in unternehmensindividuellen Betrachtungen auf den Prüfstand zu stellen. Die IT-Ausstattung eines Unternehmens muss mit der Leistungsfähigkeit von heute den Anforderungen der Zukunft gerade auch in den Themen Datenschutz und Datensicherheit entsprechen, da diese das überlebenswichtige Herz eines Unternehmens in der digitalisierten Welt bilden.

Weiterhin müssen in der Ablauforganisation Synergieeffekte identifiziert werden, um betroffene Mitarbeiter als Beteiligte in neue digitalisierte Prozesse sinnvoll einbinden zu können.

Umfrage zur Digitalisierung

Doch wie ist es derzeit um die deutschen Unternehmen im Elektro- und Informationstechnikhandwerk bestellt? Wie weit sind Sie und inwieweit sind die Fragestellungen der Digitalisierung für Sie überhaupt interessant? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns und beteiligen Sie sich an unserer Umfrage unter tiny.cc/digit oder dem QR-Code (siehe Kasten). Im Herbst liegen die Ergebnisse der Befragung vor, wir berichten über diese Ergebnisse. Unter allen Teilnehmern der Umfrage verlost die Redaktion »de – das elektrohandwerk« drei Buchpakte im Wert von jeweils 100 € (Bild).

Die Frage, ob die Digitalisierung gut oder schlecht ist, wird sich in wenigen Jahren nicht mehr stellen. Unternehmen, die mit der Digitalisierung gehen, werden Kosten sparen und ihr Personal als wertvollste Ressource des Handwerks sinnvoller als mit routinemäßigen Verwaltungstätigkeiten einsetzen. Vielleicht ergibt sich auch die Chance, dass der Unternehmer durch Wegfall bestimmter Routinearbeiten ein bisschen mehr Zeit für seine Kunden oder seine Familie hat. Wenn eine höhere Lebensqualität des Unternehmers das Resultat der Digitalisierung sein sollte, ist es allemal wert, sich mit dem Thema intensiv zu befassen.

Homepage gleich Digitalisierung? Die Antwort lautet natürlich nein. Die Digitalisierung befasst sich mit der Automatisierung betrieblicher Abläufe. Die Homepage ist heute vorrangig nicht dazu da, neue Kunden zu gewinnen, sondern die Firma als attraktiven Arbeitgeber zu profilieren

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