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Nachwuchsförderung

Düsseldorfer Elektroinnung sichert Zukunft der Branche

Die Ausbildungsberufe im Elektrohandwerk sind für immer mehr junge Menschen attraktiv. Während andere Handwerksberufe massive Rückgänge bei den Ausbildungszahlen hinnehmen müssen, kann das Elektrohandwerk aktuell sogar einen leichten Zuwachs bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verbuchen. Dieser Erfolg ist auch das Ergebnis zahlreicher Aktivitäten und Bemühungen in der Branche. Viele Elektrohandwerksbetriebe machen mit Praktika und Infotagen an Schulen auf die Zukunftschancen im Elek­trohandwerk aufmerksam. Natürlich spielt auch die Förderung und Anerkennung von ­erbrachten Leistungen während der Berufsausbildung eine große Rolle.

Bild 1: Die 128 ehemaligen Auszubildenden mit ihren Gesellenbriefen
Bild 1: Die 128 ehemaligen Auszubildenden mit ihren Gesellenbriefen

Hier leistet die Elektroinnung Düsseldorf seit Jahren vorbildliche Arbeit. Am Ende eines jedes Ausbildungsjahres findet eine Freisprechungsfeier für die frisch gebackenen Gesellen nach ihrer erfolgreichen Abschlussprüfung statt. In diesem Jahr sprach die Elektroinnung Düsseldorf 128 Auszubildende am 11.3. von ihren Lehrlingspflichten frei (Bild 1).

Bild 2: Obermeister Kai Hofmann gratulierte den Junggesellen der Elektroinnung Düsseldorf zu ihrer erfolgreich absolvierten Berufsausbildung
Bild 2: Obermeister Kai Hofmann gratulierte den Junggesellen der Elektroinnung Düsseldorf zu ihrer erfolgreich absolvierten Berufsausbildung

Vor 600 Gästen im Rheingoldsaal der Rheinterrasse machte Obermeister Kai Hofmann (Bild 2) den Gesellen deutlich, dass es nicht nur wichtig sei, anderen Menschen Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen, sondern auch Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.

»Sie haben einen spannenden, zukunftssicheren Beruf und etwas erreicht, auf das Sie zu Recht stolz sein können«, sagte Hofmann. Zugleich appellierte er daran, sich ständig weiterzubilden und dem Elektrohandwerk treu zu bleiben: »Wir sind die örtlichen Experten für alle Bereiche moderner Elektrotechnik, wie Smart Home, Photovoltaik und Elektromobilität – ohne uns geht eigentlich nichts!«

Die mit Spannung erwartete Überreichung der Gesellenbriefe verknüpfte Obermeister Kai Hofmann mit der traditionellen Formel, indem er die Lehrverhältnisse offi­ziell für beendet erklärte und die ehemaligen Auszubildenden in den Gesellenstand erhob. Ganz besonders viel Applaus ernteten die drei Jahresbesten Sommer 2019 und Winter 2019/2020 (Bild 3).

Azubi Power Day vermittelt wichtige ­Umgangsformen

Bild 3: Die drei Jahresbesten: Peter Leiske, Julia Schäfer und Lukas Strehl (v.l.)
Bild 3: Die drei Jahresbesten: Peter Leiske, Julia Schäfer und Lukas Strehl (v.l.)

Wer als Geselle im Elektrohandwerk seinen Berufsalltag erfolgreich meistern will, der muss nicht nur fachlich und handwerklich auf der Höhe sein, sondern auch gewisse Umgangsformen beherrschen. Aus unterschiedlichsten Gründen gibt es hier bei den Auszubildenden mitunter Defizite. Auch dabei hilft die Elektroinnung Düsseldorf ihren Mitgliedern.

»Auszubildende sind die Botschafter ihres Betriebs. Um in dieser Rolle erfolgreich zu sein, sind gute Arbeitsleistungen natürlich ­Voraussetzung, aber wichtig sind auch einwandfreie Umgangsformen und eine souveräne Kundenkommunikation«, weiß Kai Hofmann. Um diese Situation zu verbessern, starteten die Elektroinnung und das Heinrich-Hertz-Berufskolleg (HHBK) ein Pilotprojekt: den »Azubi Power Day«. Insgesamt 220 Auszubildenden aus dem Bereich Elek­trotechnik vermittelte die Business-Psychologin Wilma Werner anhand von Rollenspielen, Quizfragen, praktischen Übungen und Transferaufgaben wichtige Grundregeln zu Höflichkeit, Auftreten, Sorgfalt im Umgang mit Arbeitsutensilien und Handynutzung. Das Training erfolgte in zwei Gruppen im Rahmen des regulären Berufsschulblocks und wurde von der Elektroinnung, dem Förderverein des Heinrich-Hertz-Berufskollegs und der Elektrogemeinschaft Düsseldorf finanziert.

Bild 4: Viel Anregung und Wissen konnten die Auszubidenden beim Azubi Power Day für den Kundenkontakt in ihrem Unternehmen mitnehmen
Bild 4: Viel Anregung und Wissen konnten die Auszubidenden beim Azubi Power Day für den Kundenkontakt in ihrem Unternehmen mitnehmen

Bei den Azubis kam das Seminar gut an (Bild 4). Florian Meyer (20), angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im zweiten Lehrjahr, hat bereits Erfahrungen bei ähnlichen Fortbildungsveranstaltungen gesammelt. Sein Fazit: »Generell ist ein solcher ‚Azubi Power Day‘ besonders für die Jüngeren im ersten Lehrjahr wichtig, sollte aber auch im zweiten Jahr noch einmal angeboten werden.« Für den 18-jährigen ­Linus Blum, ebenfalls angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, hat das Seminar viel Positives gebracht: »Ich hatte bisher wenig Kundenkontakt, und weiß jetzt, wie ich mich richtig verhalten muss.« Dana Kraft (20) absolviert im ersten Jahr eine Ausbildung zur Bürokauffrau und weiß, wie wichtig der richtige Umgang mit Kunden ist. Ihrer Meinung nach sollten aber nicht nur die Azubis, sondern alle Mitarbeiter hin und wieder geschult werden: »Ich finde, solche Seminare sind für das gesamte Handwerk wichtig.«

Die Verantwortlichen der Elektroinnung Düsseldorf und die teilnehmenden Betriebe waren mit dem Ergebnis des »Azubi Power Days« hochzufrieden. Es gab auch bereits Anfragen von anderen Elektroinnungen, ob man eine ähnliche Veranstaltung dort wiederholen könnte. Die Elektroinnung Düsseldorf will dabei gerne Unterstützung leisten.

Über den Autor
Autorenbild
Dipl.-Kommunikationswirt Roland Lüders

Redaktion »de«

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